Bitcoin: Short Squeeze voraus?

Bitcoin erreicht neue Höhen, während Trader massiv auf fallende Kurse setzen. Analysten sehen Parallelen zu 2023 und warnen vor einem möglichen Short Squeeze.

Auf einen Blick:
  • Open Interest erreicht Fünf-Wochen-Hoch von 24,2 Milliarden Dollar
  • Funding Rates so negativ wie zuletzt Anfang Februar
  • Spekulanten sind wieder netto long auf Bitcoin
  • SpaceX hält 603 Millionen Dollar in Bitcoin, unverändert seit Mitte 2024

Bitcoin hatte kurzzeitig die 73.000-Dollar-Marke geknackt, und was passiert? Die Trader setzen massenhaft auf fallende Kurse. Das Open Interest kletterte auf 24,2 Milliarden Dollar, den höchsten Stand seit Anfang März, während die Funding Rates tief im negativen Bereich verharrten. So negativ wie zuletzt Anfang Februar, als Bitcoin noch auf Mehrjahrestiefs dümpelte.

Das Onchain-Analysehaus CryptoQuant hat das Muster in einem „Quicktake“-Beitrag klar benannt. Contributor CoinNiel schreibt, Bitcoin fließe aus den Exchanges ab, während die Funding Rates stark negativ bleiben. Das Ergebnis sei eine zunehmend überfüllte Short-Positionierung, „wo das Potenzial für einen Short Squeeze sich aufbaut.“

Seit März, so CoinNiel weiter, sei negative Funding häufiger geworden. Den gesamten April über habe sie sich nicht ins Positive gedreht. Die Kombination aus steigendem Open Interest und negativen Funding Rates deute darauf hin, dass gehebelte Short-Positionen sich rapide angehäuft haben.

Bitcoin/US-Dollar Chart

2023 lässt grüßen

Trader Michaël Van de Poppe sieht derweil ein vertrautes Muster. Auf X schrieb er, die Spekulanten seien netto long auf Bitcoin. „Sehr ähnlich wie in früheren Fällen, wo wir dasselbe vor einem großen Ausbruch 2023 gesehen haben.“ Wer sich an 2023 erinnert, weiß, was danach kam.

Contributor Gaah von CryptoQuant warnt zwar zur Vorsicht bei der Positionierung im aktuellen Bereich, denn er stelle eine Zone mit Kaufnachfrage dar. Aber auch er bestätigt: Die Funding Rates haben ihren tiefsten negativen Wert seit dem Bitcoin-Tief von Anfang Februar erreicht. Liquidationen blieben bisher moderat, die Cross-Crypto-Liquidationen lagen im betrachteten 24-Stunden-Fenster unter 100 Millionen Dollar.

SpaceX hält durch, egal was kommt

Apropos Überzeugungstäter: SpaceX sitzt laut Arkham Intelligence auf 8.285 BTC, verwahrt bei Coinbase Prime, aktuell rund 603 Millionen Dollar wert. Das Unternehmen hat gerade einen Verlust von knapp 5 Milliarden Dollar für 2025 gemeldet, nach rund 8 Milliarden Dollar Gewinn im Vorjahr. Die Integration von Elon Musks KI-Venture xAI hat die Kosten über die Erlöse getrieben, trotz gewachsener Umsätze auf 18,5 Milliarden Dollar.

Die Bitcoin-Position? Unverändert. Die letzte nennenswerte Bewegung war ein internes Rebalancing vor gut vier Monaten. SpaceX ist damit der viertgrößte bekannte Unternehmenshalter von Bitcoin, hinter Strategy, Marathon Digital und Riot Platforms.

Für ein Unternehmen, das einen IPO plant und eben 5 Milliarden Dollar Verlust ausgewiesen hat, ist das eine klare Aussage. Man hätte verkaufen können. Man hat es nicht getan. Die realisierten Verluste auf Bitcoin sind derweil von Spitzenwerten um 2 Milliarden Dollar täglich auf rund 400 Millionen Dollar gefallen, die Profit-to-Loss-Ratio liegt bei 1,4. Die Marktbedingungen bessern sich, und SpaceX harrt geduldig aus.

Zu viele short, zu wenige verkaufen, und ein Großakteur, der nicht mal mit den Schultern zuckt. Das Pulverfass ist gebaut, die Lunte liegt bereit.

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