Drei Wochen ging es fast nur nach oben, jetzt ist Schluss damit. Bitcoin notiert bei 76.973 Dollar und hat damit seine Gewinnserie beendet – am Montag lag die Kryptowährung noch über 80.000 Dollar. Die Stabilisierung nach dem jüngsten Wochentief bringt vorerst keinen neuen Schwung.
Zinssorgen bremsen die Erholung
Der Blick der Anleger richtet sich auf die kommende Woche. Am Mittwoch entscheidet die US-Notenbank Fed über die Zinsen, die Wahrscheinlichkeit einer Erhöhung wird auf knapp 70 Prozent taxiert. Steigende Zinsen schmälern die Attraktivität von Bitcoin, weil die Digitalwährung keine laufenden Erträge abwirft – gestiegene Erzeuger- und Energiepreise, befeuert durch die Lage im Nahen Osten, erhöhen zusätzlich den Inflationsdruck.
Captrader-Chefanalyst Timo Emden sieht vor allem die Sorge vor geldpolitischen Enttäuschungen als Belastung für die Risikobereitschaft. Politischer Rückenwind aus Washington vor den US-Zwischenwahlen könnte größere Verluste allerdings begrenzen. Vom Jahreshoch bei knapp 98.000 Dollar im Januar ist Bitcoin damit weiterhin ein gutes Stück entfernt, vom Rekordhoch bei gut 126.000 Dollar aus dem Herbst 2025 ohnehin.
Institutionelle Anleger scheinen sich von der kurzfristigen Nervosität wenig beeindrucken zu lassen. Während Privatanleger derzeit an der Seitenlinie verharren und das Interesse an Kryptowährungen auf Tiefstände gefallen ist, bauen professionelle Investoren ihre Positionen offenbar wieder aus. Der August hatte mit einem Kursplus von knapp 25 Prozent den stärksten Monat seit 2017 gebracht.
Vorfall bei Blockstream sorgt für Unruhe
Abseits der Kursbewegung sorgt ein Sicherheitsvorfall für Aufsehen. Nach dem Exploit im Liquid-Netzwerk, bei dem unbesicherte Bitcoin-Token erzeugt und teilweise abgezogen wurden, hat Blockstream eine Lösegeldforderung der Angreifer öffentlich zurückgewiesen.
Von ursprünglich rund 4.000 unbesicherten LBTC waren bereits etwa 3.400 Bitcoin zurückgeflossen, für die verbliebenen 598,5 Bitcoin verlangten die Täter zehn Prozent als Bug-Bounty. Blockstream lehnte ab und kündigte an, mit Strafverfolgungsbehörden und Forensik-Spezialisten an der Rückverfolgung der Gelder zu arbeiten. Peg-outs im Liquid-Netzwerk bleiben vorerst deaktiviert.
Parallel dazu wirft eine Forschungsarbeit ein Schlaglicht auf ein langfristigeres Risiko: Mit Hilfe von KI-Agenten senkten mehr als 100 Forscher innerhalb von zwei Monaten einen Benchmark-Wert für Quantenangriffe auf die Bitcoin-Kryptografie um 86 Prozent. Ein konkretes Sicherheitsrisiko für Nutzer besteht dadurch nicht, die Arbeit zeigt aber, dass die Angriffsseite bei diesem Thema schneller vorankommt als bisher angenommen.
Für die kommende Handelswoche bleibt die Fed-Zinsentscheidung am Mittwoch der zentrale Termin. Bis dahin dürfte sich Bitcoin in der aktuellen Bandbreite zwischen dem Wochentief und der 80.000-Dollar-Marke bewegen.
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