Die US-Börsenaufsicht legt einen Regelentwurf vor, der Krypto-Verwahrung für Vermögensverwalter und Fonds erstmals auf ein klares Fundament stellen soll. Für Bitcoin kommt das Signal in einem Umfeld, in dem Zinsen und Anleiherenditen den Markt belasten.
Was die SEC vorschlägt
Der Vorschlag soll Verwahrregeln modernisieren, die nach Ansicht der Behörde für eine andere Ära geschrieben wurden. Registrierte Anlageberater und regulierte Fonds erhielten damit einen rechtssicheren Weg, Krypto-Assets zu halten und ihren Kunden entsprechende Strategien anzubieten.
Vorgesehen ist auch, dass Krypto-Assets unter bestimmten Umständen in Eigenverwahrung bleiben dürfen. Zudem sollen staatliche Treuhandgesellschaften als Verwahrer zugelassen werden. SEC-Chef Paul Atkins sprach von einem Regelwerk, das den „Graubereich der Unsicherheit“ ersetzen solle. Die Kommentierungsfrist läuft 60 Tage nach Veröffentlichung im Federal Register. Es handelt sich also zunächst um einen Entwurf, nicht um geltendes Recht.
Makro bremst den Oktober-Start
Bitcoin notiert zum Monatsstart bei rund 83.800 Dollar, ein leichtes Plus am Tag. Der September schloss mit einem Zuwachs von 6,33 Prozent. Zeitweise lag der Monat auf Rekordkurs, eine späte Korrektur verhinderte die Bestmarke.
Der Oktober gilt in Krypto-Kreisen als „Uptober“. Seit 2013 brachte er im Schnitt knapp 20 Prozent, im Median knapp 15 Prozent. Im vergangenen Jahr schloss er allerdings im Minus.
Das Zinsumfeld spricht diesmal gegen einen Selbstläufer. Die US-Notenbank hob am 16. September die Zinsen um 0,25 Prozentpunkte an, die erste Erhöhung seit Juli 2023. Die Renditen zehnjähriger US-Staatsanleihen erreichten mit rund 5,3 Prozent den höchsten Stand seit 2002. Bitcoin wirft keine Rendite ab und konkurriert in diesem Umfeld direkt mit Treasuries.
ETF-Zuflüsse und Chartbild
Spot-Bitcoin-ETFs sammelten über neun Handelstage hinweg gut drei Milliarden Dollar ein. Am 30. September endete die Serie mit Abflüssen von knapp 149 Millionen Dollar.
Technisch bleibt das Bild intakt. Der Trendstärkeindikator ADX liegt bei 41,5 und signalisiert einen kräftigen Aufwärtstrend. Der RSI steht bei 61,8, also noch unter der Überhitzungsmarke von 70. Das jüngste Zwischenhoch lag bei rund 87.350 Dollar, die Korrektur bis hierhin folgte auf eine Erholung vom Tief bei etwa 75.000 Dollar.
Der Terminkalender ist dicht: Der US-Arbeitsmarktbericht erscheint am 2. Oktober, die FOMC-Protokolle am 7. Oktober, die Inflationsdaten am 14. Oktober. Die nächste Zinsentscheidung steht am 28. Oktober an. Auf der Prognoseplattform Myriad sehen Händler nur 7 Prozent Wahrscheinlichkeit für ein neues Allzeithoch vor 2027.
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