Bitcoin: SEC billigt gehebelte ETP-Regel

Symbolbild, KI-generiert

Weniger neue US-Stellen senkten die Zinserhöhungserwartungen und stärkten die Nachfrage nach Bitcoin und anderen Kryptoanlagen.

Auf einen Blick:
  • US-Arbeitsmarkt meldet 29.000 neue Stellen
  • Oktober-Zinserhöhungswahrscheinlichkeit sinkt auf 14 Prozent
  • Bitcoin notiert 8,3 Prozent über dem 50-Tage-Durchschnitt
  • SEC billigt Regeländerung für gehebelte Cboe-ETPs

Fed-Zinssorgen weichen neuer Risikofreude

Ein unerwartet schwacher US-Arbeitsmarktbericht hat die Zinssorgen an den Finanzmärkten deutlich gedämpft und dem Kryptomarkt neuen Auftrieb verliehen. Im September entstanden in den USA lediglich 29.000 neue Arbeitsplätze außerhalb der Landwirtschaft, während Analysten im Vorfeld mit einem Zuwachs von rund 90.000 Stellen gerechnet hatten.

Zugleich kletterte die Arbeitslosenquote leicht auf 4,2 Prozent. Diese deutliche Abkühlung schürt unter Marktteilnehmern die Erwartung, dass die US-Notenbank Federal Reserve ihren straffen Zinskurs vorerst nicht weiter verschärfen wird.

Für Anleger im Krypto-Sektor bedeutet das veränderte makroökonomische Umfeld eine spürbare Entlastung. Steigende Anleiherenditen und restriktive Zentralbanken hatten risikoreiche Anlageklassen in den vergangenen Monaten immer wieder belastet. Mit den jüngsten Konjunkturdaten rückt nun das Szenario einer Zinspause in den Mittelpunkt, was die Risikobereitschaft am Markt unmittelbar belebt.

Deutliche Verschiebung an den Terminmärkten

Die Veröffentlichung der Arbeitsmarktdaten führte an den Zinsmärkten zu einer abrupten Neubewertung. Laut dem FedWatch-Tool der CME fiel die Wahrscheinlichkeit für eine weitere Zinserhöhung im Oktober von zuvor rund 70 Prozent auf nur noch 14 Prozent zurück. Damit preisen die Terminmärkte für den Zinsentscheid am 28. Oktober nun mit großer Mehrheit unveränderte Leitzinsen ein.

Ein solches Umschwenken entlastet digitale Vermögenswerte spürbar. Wenn die Renditen festverzinslicher US-Staatsanleihen ihren Aufwärtsdruck verlieren, sinken die Opportunitätskosten für volatile Anlagen. Spekulatives Kapital findet in diesem Umfeld schneller den Weg zurück in Krypto-Assets.

Technischer Halt über wichtigen Durchschnitten

Am Kassamarkt spiegelt sich die nachlassende Zinsangst in einer Stabilisierung der Notierungen wider. Der Bitcoin notiert aktuell bei 86.099,00 USD. Damit hält sich die nach Marktkapitalisierung größte Kryptowährung mit einem Abstand von 8,3 Prozent über ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 79.492,92 USD.

Der jüngste Kursschub erwischte Leerverkäufer auf dem falschen Fuß. An den Krypto-Derivatebörsen führte der Preisanstieg zu einer Kettenreaktion von Zwangsschließungen bärischer Positionen, was die Aufwärtsbewegung über das Wochenende zusätzlich verstärkte. Zugleich verzeichneten Marktbeobachter wieder anziehende Volumina im Futures-Handel.

Aufsichtsbehörden und Marktstruktur im Fokus

Auf der regulatorischen Seite gibt es parallel dazu vorsichtige Fortschritte. Medienberichten zufolge treiben die US-Börsenaufsicht SEC und die Terminhandelsaufsicht CFTC gemeinsame Ansätze für einheitliche Krypto-Regularien voran. Zudem billigte die SEC eine Regeländerung für gehebelte ETPs an der Cboe BZX, was die institutionelle Handelsinfrastruktur weiter vertieft.

Ob der Bitcoin seinen jüngsten Schwung fortsetzen kann, hängt in den kommenden Tagen maßgeblich von den weiteren Impulsen der US-Finanzmärkte ab. Insbesondere die Aufnahmebereitschaft des Anleihemarkts bei anstehenden US-Staatsanleihe-Auktionen dürfte darüber entscheiden, wie viel Liquidität den Krypto-Märkten in den nächsten Wochen zur Verfügung steht.

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