„We’re Back“ – mit diesen zwei Worten und einem Chart auf X hat Michael Saylor am Sonntagmorgen für Gesprächsstoff gesorgt. Der Grund: Strategys gigantischer Bitcoin-Bestand ist wieder tief in der Gewinnzone. Und weil Saylors Postings in der Vergangenheit öfter Vorboten neuer Käufe waren, fragen sich viele Marktteilnehmer gerade, ob am Montag eine weitere Kaufmeldung folgt.
Von 13 Milliarden Verlust zu 2,8 Milliarden Gewinn
Bitcoin kletterte am Sonntag auf rund 79.000 Dollar. Damit ist Strategys Position von 840.447 Bitcoin inzwischen etwa 2,8 Milliarden Dollar über dem durchschnittlichen Einstandspreis von 75.653 Dollar wert. Noch im Juli, als Bitcoin Richtung 58.000 Dollar abgesackt war, saß das Unternehmen auf einem Buchverlust von rund 13 Milliarden Dollar.
Die Erholung fällt in eine Phase, in der Strategy seit rund zwei Monaten keine neuen Coins mehr gekauft hat – ungewöhnlich für ein Unternehmen, das jahrelang nach dem Prinzip „never sell“ aggressiv akkumuliert hat.
Stattdessen hat Strategy zuletzt eine Aktienkapitalerhöhung über 334 Millionen Dollar genutzt, ohne den Bitcoin-Bestand anzutasten, und sogar kleinere Mengen Bitcoin verkauft, um Vorzugsdividenden und Aktienrückkäufe zu finanzieren. Ein Kurswechsel hin zu einem breiteren Kapitalmanagement-Ansatz, der von der reinen Akkumulationsstrategie abweicht.
Optionsverfall und Makro-Sorgen als Belastungstest
Der Kursanstieg kommt nicht ohne Gegenwind. Fed-Chef Kevin Warsh hatte zuletzt vor hartnäckiger Inflation gewarnt, was die Erwartungen an eine Zinserhöhung im September befeuerte und Bitcoin am Freitag zeitweise auf 76.877 Dollar drückte. Am Freitag zuvor war zudem ein Optionsverfall an der Derivatebörse Deribit im Volumen von rund 6,4 Milliarden Dollar fällig geworden – ein Ereignis, das die Volatilität spürbar erhöht hatte.
Trotz der jüngsten Erholung bleibt Bitcoin weit von seinem Rekordhoch bei knapp 126.000 Dollar aus dem Oktober entfernt. Strategys Gewinn wirkt damit eher als Zwischenerfolg denn als Befreiung aus einer Verlustzone, die sich über Monate aufgebaut hatte.
Ob Strategy die Gunst der Stunde tatsächlich nutzt, dürfte sich schon am Montagmorgen zeigen. Das Unternehmen veröffentlicht seine wöchentlichen Kaufmeldungen traditionell zu Wochenbeginn – Saylors Chart-Posting könnte, wie schon in früheren Fällen, der Auftakt dazu gewesen sein.
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