Bitcoin: Rückkehr auf 63.100 US-Dollar

Bitcoin erholt sich auf 63.100 Dollar, nachdem historische On-Chain-Daten und technische Indikatoren auf einen überverkauften Markt hindeuten.

Auf einen Blick:
  • Kursplus von vier Prozent
  • Überverkaufte Märkte als Signal
  • Rekordabflüsse aus Bitcoin-ETFs
  • Wichtige Unterstützung bei 60.000 Dollar

Bitcoin startet mit einem Ruck in die neue Woche. Die älteste Kryptowährung legte am Montag um knapp vier Prozent zu und kletterte auf rund 63.100 US-Dollar – eine Erholung vom jüngsten Tief bei 59.000 Dollar. Die vergangenen Tage waren dagegen dramatisch: 14 Prozent Verlust in sieben Tagen, mehr als 21 Prozent im Monat. Und gemessen am Allzeithoch von 126.000 Dollar aus dem Oktober 2025 fehlen satte 50 Prozent.

Ein Ausverkauf dieser Dimension hat historisch oft eine Kehrtwende eingeläutet. Das legen zumindest die On-Chain-Daten nahe.

Überverkaufte Märkte: Ein historisches Muster

Rund 10,46 Millionen Bitcoin – mehr als die Hälfte aller im Umlauf befindlichen Coins – notieren derzeit unter dem Einstandspreis. Der Krypto-Analyst Ali Martinez weist darauf hin, dass ähnlich hohe Anteile an Verlustpositionen in der Vergangenheit regelmäßig den Boden markierten: etwa im späten Bärenmarkt 2018 und auf dem Tiefpunkt 2022.

Auch die technischen Indikatoren schlagen Alarm. Der RSI-14 fiel auf Werte zwischen 24 und 25 – ein Niveau, das Investoren als „extrem überverkauft“ bezeichnen. Aus solchen Zonen heraus sind Erholungsrallys keine Seltenheit. Der jüngste Sprung von 59.000 Dollar löste bereits Liquidierungen von Short-Positionen im Wert von über 300 Millionen US-Dollar aus. Das heizt die Aufwärtsdynamik zusätzlich an.

Geopolitische Achterbahnfahrt

Die jüngste Volatilität hat auch politische Ursachen. Über das Wochenende zog Bitcoin kurz auf 63.000 Dollar, nachdem Donald Trump ein baldiges Friedensabkommen zwischen den USA und dem Iran in Aussicht gestellt hatte. Der Deal sei „nahezu abgeschlossen“, so Trump – Israels Premier Netanyahu habe „keine andere Wahl“, als zuzustimmen.

Doch die Entspannung hielt nicht lange. Neue Gefechte zwischen Israel und Iran belasteten die Stimmung. Israel griff eine petrochemische Anlage an, Iran antwortete mit ballistischen Raketen. Die asiatischen Aktienmärkte reagierten empfindlich: Der südkoreanische KOSPI brach um acht Prozent ein. Bitcoin bleibt in diesem Umfeld ein riskanter Begleiter.

Rekordabflüsse aus Bitcoin-ETFs

Die Kursschwäche der vergangenen Wochen fiel mit einem historischen Kapitalabfluss zusammen. Zwischen dem 15. Mai und dem 3. Juni verzeichneten die US-Spot-Bitcoin-ETFs an 13 Handelstagen in Folge Abflüsse – die längste Verlustserie seit ihrer Einführung. Insgesamt verließen 4,37 Milliarden Dollar die Fonds. Allein BlackRocks IBIT trug mit 3,3 Milliarden Dollar den Löwenanteil.

In der ersten Juniwoche setzte sich der Trend fort. Weitere 1,72 Milliarden Dollar flossen ab – der zweithöchste wöchentliche Wert überhaupt. BlackRock führte auch hier die Abflüsse an.

Seit ihrer Gründung haben die Bitcoin-ETFs dennoch einen Nettozufluss von rund 53,94 Milliarden Dollar eingesammelt. Die Anlageklasse ist also keineswegs verbrannt, aber der Gegenwind ist spürbar.

Unterstützung und Widerstand: Die nächsten Marken

Bitcoin hat die runde Marke von 60.000 Dollar erfolgreich verteidigt. Psychologisch ist das ein starkes Signal. Noch wichtiger ist die 200-Wochen-Linie bei rund 61.880 Dollar – sie gilt als strukturelle Unterstützung, von der aus in der Vergangenheit oft nachhaltige Trendwenden starteten.

Sollte der Kurs dennoch weiter fallen, liegen die nächsten Haltezonen bei 58.500 und 56.000 Dollar. Nach oben wartet der Bereich von 63.000 bis 64.000 Dollar als erste Hürde. Der 20-Tage-Durchschnitt bei rund 69.000 Dollar wäre das nächste ernstzunehmende Widerstandsniveau.

Der „Fear & Greed Index“ steht derweil auf „extreme Angst“. Ein klassisches Kontraindikator-Signal: Wenn alle pessimistisch sind, könnte der Boden tatsächlich nah sein. Die Bewährungsprobe folgt in den kommenden Tagen – entweder hält die 60.000 Dollar oder die Bären übernehmen endgültig die Kontrolle.

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