Google hat einen der größten Engpässe beim Bau praxistauglicher Quantencomputer gelockert. Das Unternehmen weist in einer Studie nach, dass ein Verfahren namens Magic State Cultivation auf dem Chip Willow die Fehlerrate um etwa das 40-Fache senkt. Für Bitcoin-Halter ist das mehr als Laborphysik, denn je billiger die Maschinen werden, desto früher rückt die Frage nach der Sicherheit der Verschlüsselung auf die Tagesordnung.
Was Google gezeigt hat
Quantencomputer brauchen für nützliche Programme sogenannte Magic States, eine Art Einwegtreibstoff für schwierige Rechenoperationen. Ihre Herstellung verschlingt nach Googles Angaben bis zu 95 Prozent der Gesamtkapazität. Das gängige Destillationsverfahren braucht dafür riesige Qubit-Fabriken.
Cultivation arbeitet stattdessen wie ein Filter: Fehlerhafte Versuche fliegen raus, die Überlebenden werden weiterverarbeitet. Das Team erreichte eine logische Genauigkeit von 99,99 Prozent. Der Preis dafür ist hoch, nur rund 8 Prozent der Versuche bestanden alle Prüfungen. Bislang war die Methode nur in Theorie und Simulation getestet.
Noch kein Grund zur Sorge um Wallets
Niemand kann derzeit Bitcoin-Schlüssel knacken. Das Experiment nutzte höchstens 54 von 105 Qubits. Für einen Angriff auf RSA-2048 wären Magic States nötig, die rund eine Million Mal sauberer sind als das jetzt Erreichte.
Der Trend ist allerdings eindeutig. Eine Google-Studie vom März beziffert den Aufwand für das Brechen der Bitcoin-Kryptografie auf unter 500.000 physische Qubits. Der nächste Schritt des Teams ist ein Betrieb im größeren Maßstab. Halbiert sich das Hardware-Rauschen, sinkt die Fehlerrate laut Projektion auf etwa zwei zu 100.000.
Russland zieht die Zügel an
Regulatorisch wird es derweil für russische Nutzer enger. Ab dem 1. Juli 2027 sind Peer-to-Peer-Geschäfte mit Bitcoin und anderen Kryptowährungen verboten, wie die russische Zentralbank klargestellt hat. Handel bleibt nur über lizenzierte Broker und registrierte Börsenorganisationen erlaubt. Auch Transfers auf eigene Wallets ohne Verwahrer sind für Privatpersonen ausgeschlossen.
Die Großbank Sberbank steht bereits im Register und will am 1. Dezember erste Kryptoprodukte starten. Nicht qualifizierte Anleger dürfen pro Jahr für bis zu 300.000 Rubel kaufen.
Bitwise bleibt langfristig optimistisch
Matt Hougan, Chief Investment Officer von Bitwise, sieht Bitcoin in jedem KI-Szenario im Vorteil. Boomt die KI, profitieren knappe Güter. Platzt die Blase, folge ein Rettungspaket samt Geldschwemme, das er als „nahezu 100 Prozent“ wahrscheinlich einstuft. Im Mittelweg sorgten ETF-Zuflüsse für Rückenwind.
Hougan räumt Risiken ein, darunter staatliche Verbote und die Quantenbedrohung für ältere Wallets. Genau dieses Risiko hat Google heute ein Stück greifbarer gemacht. Der Schritt zu größeren Experimenten, den das Team als Nächstes plant, dürfte die Debatte weiter befeuern.
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