Bitcoin: Mining-Schwierigkeit sinkt zum neunten Mal

Bitcoin kämpft um 65.000 USD, während Mining-Difficulty erneut fällt. Langzeit-Halter zeigen sich unbeeindruckt, der Fokus liegt auf der Fed-Sitzung.

Auf einen Blick:
  • Bitcoin notiert knapp über 65.000 USD
  • Mining-Schwierigkeit sinkt zum neunten Mal
  • Langzeit-Halter reduzieren Verkaufsaktivität
  • Fed-Zinsentscheidung am Mittwoch erwartet

Der Kryptomarkt blickt am heutigen Montag gespannt auf die US-Notenbank, während sich Bitcoin in einer engen Spanne konsolidiert. Nach schwachen Arbeitsmarktdaten aus den USA versucht die Kryptowährung, die Marke von 65.000 USD nachhaltig zurückzuerobern. Aktuell notiert der Bitcoin bei 65.118,00 USD, was einem Zuwachs von 1,26 % am heutigen Handelstag entspricht. Damit liegt der Kurs etwa 2,93 % über seinem gleitenden 50-Tage-Durchschnitt von 63.261,90 USD, was technische Analysten vorsichtig optimistisch stimmt.

Mining-Schwierigkeit sinkt zum neunten Mal

Ein wesentlicher Faktor für das Netzwerkgefüge war am vergangenen Wochenende die erneute Anpassung der Mining-Schwierigkeit. Bei Block 959616 sank dieser Wert um 0,74 % auf nun 126,23 Billionen (T). Dies stellt bereits die neunte Senkung im laufenden Jahr dar. Insgesamt verzeichnete die Mining-Difficulty seit Jahresbeginn einen Netto-Rückgang von 13,82 %. Parallel dazu fiel der sogenannte „Hashprice“, ein Maß für die Rentabilität der Miner, innerhalb der letzten 206 Tage von 37,39 USD auf 32,21 USD pro Petahash und Sekunde.

Diese Entwicklung zwingt viele Akteure im Sektor zum Umdenken. Da der Bitcoin-Kurs seit Jahresanfang um 26,35 % nachgegeben hat, beginnen große Mining-Unternehmen, ihre Infrastruktur für rechenintensive Anwendungen im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) und Cloud-Computing umzurüsten. So berichteten Medien über das Unternehmen Empery Digital, das zwischen Mai und Juli Bestände im Wert von rund 87,1 Millionen USD veräußerte, um Kapital in KI-Datenzentren in Texas und im Mittleren Westen zu investieren.

Langzeit-Halter zeigen Widerstandsfähigkeit

Trotz der Kursverluste in der ersten Jahreshälfte signalisieren On-Chain-Daten eine zunehmende Standhaftigkeit der Investoren. Laut Analysen von CryptoQuant fiel das Verkaufsvolumen von Langzeit-Haltern, die ihre Münzen bereits seit über fünf Jahren besitzen, auf einen 19-Monats-Tiefstand. Im 90-Tage-Durchschnitt bewegen diese Akteure nur noch rund 962 BTC pro Tag – der niedrigste Wert seit November 2024.

Alex Thorn von Galaxy merkte hierzu an, dass die Phase der Gewinnmitnahmen durch erfahrene Anleger weitgehend abgeschlossen scheint. Während kurzfristig orientierte Spekulanten ihre Bestände zuletzt massiv abbauten, zeigen sogenannte „Whales“ — Großinvestoren mit mehr als 1.000 BTC — kaum Anzeichen für eine Kapitulation. Berichten zufolge stieg die Anzahl dieser großen Einheiten in den letzten Tagen sogar leicht an. Analysten von Glassnode sehen daher eine starke Unterstützungszone im Bereich von 60.000 USD gefestigt.

Arbeitsmarktdaten und Zins-Spekulationen

Die kurzfristige Kursrichtung dürfte maßgeblich von der anstehenden Sitzung des Offenmarktausschusses der US-Notenbank am 28. und 29. Juli abhängen. Der jüngste US-Arbeitsmarktbericht für Juni enttäuschte mit lediglich 57.000 neu geschaffenen Stellen gegenüber den erwarteten 110.000. Zudem stieg die Arbeitslosenquote auf 4,2 %. Diese Abkühlung am Arbeitsmarkt nährt die Hoffnung einiger Marktteilnehmer, dass die Fed von weiteren Zinserhöhungen absieht oder gar einen gemäßigteren Kurs einschlägt.

Zach Pandl von Grayscale betonte, dass der Boden für Bitcoin erreicht sein könnte, sollte die Fed am Mittwoch die Zinsen unverändert lassen. Aktuelle Marktprognosen beziffern die Wahrscheinlichkeit für einen solchen Stillstand auf etwa 66 %, während rund 36 % der Marktteilnehmer noch mit einer Erhöhung rechnen. Ein Unsicherheitsfaktor bleibt jedoch der US-Dollar-Index (DXY), der zuletzt ein neues Hoch für das Jahr 2025 markierte und damit Druck auf Risikoanlagen wie Kryptowährungen ausübt. Bis zum Monatsende richten sich die Augen zudem auf den 31. Juli, an dem Bitcoin-Optionen mit einem Nominalwert von 2,5 Milliarden USD auslaufen, was für zusätzliche Volatilität sorgen könnte.

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