Während der Nasdaq 100 seit Jahresbeginn rund 20 Prozent zulegt und immer neue Bestmarken setzt, tritt Bitcoin auf der Stelle. Die Kryptowährung notiert nahe ihrem tiefsten Stand seit 2024 und hat rund ein Viertel an Wert eingebüßt. Ein Hardware-Wallet-Hack sorgt zusätzlich für Unruhe im Markt.
Enge Spanne, wenig Überzeugung
Bitcoin hängt derzeit zwischen 63.000 und 66.000 Dollar fest, zuletzt notierte die Münze bei rund 64.000 Dollar. Der 50-Tage-Durchschnitt bei etwa 64.800 Dollar bremst nach oben, die 200-Tage-Linie bei rund 63.170 Dollar hält nach unten. Schrumpfendes Handelsvolumen deutet auf Unentschlossenheit hin — klassisch vor einer größeren Bewegung, aber ohne klare Richtung.
Hinter der Flaute steckt ein Liquiditätswechsel. Aus Bitcoin-ETFs ist in den vergangenen Wochen spürbar Kapital abgeflossen, während Anleger ihren Risikoappetit auf den KI-Sektor umlenken. Erwartete Börsengänge von OpenAI und Anthropic sowie der beispiellose SpaceX-IPO binden derzeit enorme Mittel. Krypto wird dabei nicht grundsätzlich gemieden, bietet im Moment aber schlicht weniger Fantasie als die KI-Rally.
Wallet-Lücke kostet 38 Millionen Dollar
Zur schwachen Kursentwicklung gesellt sich ein Sicherheitsvorfall: Der Hardware-Wallet-Hersteller Coinkite musste eine Schwachstelle in älteren Coldcard-Geräten (Mk3) eingestehen, durch die Angreifer rund 594 Bitcoin — etwa 38 Millionen Dollar — von etwa 500 Wallets abzogen. Ein fehlerhafter Zufallszahlengenerator, der seit 2021 im Code steckte, machte die erzeugten Seeds deutlich leichter erratbar als vorgesehen. Coinkite vermutet, dass die Angreifer den Fehler mithilfe von KI-Codeanalyse fanden — ein Werkzeug, das dem eigenen Sicherheitsteam zuvor nichts Auffälliges gezeigt hatte. Neuere Modelle wie Mk4, Q und Mk5 sind nicht betroffen, ein Notfall-Update wurde bereits veröffentlicht.
Interessant ist die Reaktion der Anlegerschaft auf beiden Seiten des Atlantiks. Während US-Investoren in der aktuellen Schwächephase offenbar verstärkt aussteigen, nutzen deutsche Anleger die niedrigeren Kurse einer Auswertung zufolge gezielt zum Nachkauf. Der Markt hat damit offenbar eine Bereinigungsphase durchlaufen, die unterschiedliche Anlegertypen sehr unterschiedlich interpretieren.
Kurzfristig bleibt die Spanne zwischen 63.000 und 66.000 Dollar der entscheidende Rahmen. Ein Ausbruch über die 65.400-Dollar-Marke würde die Abwärtsdynamik durchbrechen, ein Fall unter 63.100 Dollar öffnet dagegen die Tür Richtung 60.000 Dollar.
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