Bitcoin: Iran-Sorgen bremsen Erholung

Geopolitische Spannungen im Nahen Osten überschatten positive ETF-Zuflüsse und bremsen die Bitcoin-Erholung auf rund 63.000 Dollar aus.

Auf einen Blick:
  • Positive ETF-Woche mit 282 Millionen Zuflüssen
  • Iran-Eskalation drückt Kurs auf 63.000 Dollar
  • BlackRock IBIT treibt Zuflusswende an
  • CPI-Daten und Warsh-Testimony als nächste Katalysatoren

Kaum drehen die ETF-Flüsse ins Positive, bremsen neue Militärschläge im Nahen Osten die Erholung wieder aus. Bitcoin zeigt gerade exemplarisch, wie schnell geopolitische Nachrichten selbst positive Marktsignale überlagern können.

ETFs kehren zurück, Iran-Eskalation bremst

Die US-Spot-Bitcoin-ETFs verbuchten ihre erste positive Woche seit Mai: Netto flossen rund 197 Millionen Dollar hinein, nachdem die Woche zuvor noch 527 Millionen Dollar abgeflossen waren. Die Ether-ETFs zogen mit etwa 84 Millionen Dollar nach, zusammen kamen beide Anlageklassen auf ein Plus von 282 Millionen Dollar.

BlackRocks IBIT trieb die Wende maßgeblich: Der Fonds, der im Juni noch für den Großteil der Rekordabflüsse verantwortlich war, holte am Montag 209,4 Millionen Dollar und am Freitag weitere 86,8 Millionen Dollar herein. Mittwoch und Donnerstag kippte das Bild aber kurzzeitig, als während der Eskalation im Iran-Konflikt 84,9 beziehungsweise 95,3 Millionen Dollar wieder abflossen.

Der Kurs folgte diesem Muster. Bitcoin kletterte auf dem Rücken der Zuflüsse zunächst auf 64.000 Dollar, rutschte dann aber nach neuen US-Luftschlägen wieder auf rund 63.000 Dollar ab. Das US-Regionalkommando Centcom meldete, Luftabwehrsysteme, Radaranlagen, Raketenstellungen und Drohnenpositionen im Iran getroffen zu haben, um weitere Angriffe auf die Schifffahrt durch die Straße von Hormus zu erschweren. Timo Emden von Emden Research ordnete die Bewegung so ein: Der Rückgang zeige, dass Anleger geopolitische Risiken wieder stärker in ihre Portfolios einpreisten.

Verdichtete Woche: CPI, Warsh und CLARITY Act

Die kommenden Tage bündeln gleich mehrere Katalysatoren. Am Dienstag steht der US-Verbraucherpreisindex für Juni an, parallel beginnt Fed-Chef Kevin Warsh sein erstes Kongress-Testimony vor dem House Financial Services Committee, am Mittwoch folgt der Auftritt vor dem Senate Banking Committee. Trader achten dabei besonders darauf, ob Warsh angesichts der schwachen Nonfarm-Payrolls vom 2. Juli eine Öffnung Richtung Zinspause andeutet.

Auf der regulatorischen Seite läuft zudem die Uhr für den CLARITY Act: Der Senat hat bis zum 7. August Zeit, das Gesetz vor der Sommerpause zu verabschieden – das letzte realistische Zeitfenster für eine Passage noch in diesem Jahr. Drei Streitpunkte blockieren bislang die nötigen Demokraten-Stimmen für die 60-Stimmen-Hürde, darunter Fragen rund um Trumps Krypto-Einnahmen aus dem Jahr 2025.

Kühlt die Inflation ab, dürften die ETF-Zuflüsse nach Einschätzung von Marktbeobachtern weiter zulegen und den Weg zurück zum Junihoch bei rund 67.250 Dollar öffnen. Fällt der CPI-Wert dagegen heiß aus, wird die aktuelle Erholung schnell auf die Probe gestellt.

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