Während der Kurs an wichtigen Marken wackelt, bauen Regulierer und Investoren still an der Infrastruktur rund um Bitcoin. Gleich zwei Meldungen vom Donnerstag zeigen, wohin die Reise abseits der Charts geht: ein Krypto-ETF-Regelwerk in Thailand und frisches Kapital für einen Lebensversicherer, der in Bitcoin rechnet.
Thailand öffnet den ETF-Markt
Die thailändische Börsenaufsicht SEC hat Regeln für Krypto-ETFs veröffentlicht. Sie treten am 16. Oktober in Kraft. Zunächst sind ausschließlich Bitcoin und Ether zugelassen.
Die Fonds müssen die Preise der Kryptowerte abbilden und im Jahresdurchschnitt zu mindestens 80 Prozent in den jeweiligen Vermögenswert investiert sein. Verwahrt wird über lizenzierte Custodians, gehandelt wird ausschließlich an der Börse von Thailand. Auf Kredit dürfen Wertpapierhäuser den Kauf nicht finanzieren, und Anleger müssen die Risiken vorab bestätigen.
Neu ist die Möglichkeit für heimische Investmentfonds und Privatfonds, lokal gelistete Krypto-ETFs zu kaufen. Bisher waren nur ausländische Produkte erlaubt. Zugleich bleibt der Zugang zu Auslands-ETFs begrenzt: Hinterlegungsscheine auf ausländische Krypto-ETFs sind in der Anfangsphase untersagt, und Kunden außerhalb institutioneller und sehr vermögender Gruppen bekommen solche Anlagen nicht vermittelt.
Versicherer mit Bitcoin-Bilanz
Das auf den Bermudas ansässige Unternehmen Meanwhile, unter anderem von Sam Altman unterstützt, hat 37,5 Millionen Dollar eingesammelt. Angeführt wurde die Runde von Bain Capital Crypto, auch Pantera Capital und Apollo beteiligten sich. Die Gesamtfinanzierung liegt damit bei über 180 Millionen Dollar.
Meanwhile führt Bilanz, Reserven und geprüfte Abschlüsse in Bitcoin. Ende 2025 standen 1.183 BTC in den Büchern, mehr als fünfmal so viel wie ein Jahr zuvor. Das Unternehmen bietet Lebensversicherungen an, deren Prämie in Bitcoin gezahlt wird und die eine Todesfallleistung ebenfalls in Bitcoin garantieren.
Seit dem Start des Produkts für vermögende Kunden außerhalb der USA hat die Firma nach eigenen Angaben 15 Makler unter Vertrag genommen, darunter in Singapur, Hongkong, den Emiraten und der Schweiz.
Schatten des Darknets
Ein Kontrapunkt kommt aus den USA. Ein Mitgründer des Darknet-Marktplatzes Empire Market wurde zu 40 Jahren Haft verurteilt. Die Plattform wickelte zwischen 2018 und 2020 Geschäfte im Wert von über 430 Millionen Dollar ab, alle in Kryptowährungen. Der Verurteilte muss rund 1.230 BTC abgeben. Sein Mitgründer soll noch im Oktober sein Urteil erhalten und hat die Einziehung von etwa 1.584 BTC zugesagt.
Der Fall erinnert daran, dass Bitcoin trotz wachsender Institutionalisierung weiterhin im Visier der Strafverfolger steht. Für den Markt kurzfristig wichtiger ist der 16. Oktober: Dann startet in Thailand das neue ETF-Regime.
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