Bitcoin: Hashrate fällt 17 Prozent unter Hoch

Die abgesagte SEC-Sitzung zur Token-Regulierung und hohe Mining-Kosten setzen Bitcoin zu. Institutionen wie Goldman Sachs zeigen dennoch Interesse.

Auf einen Blick:
  • SEC-Treffen zur Krypto-Regulierung verschoben
  • Bitcoin-Hashrate fällt 17 Prozent
  • Miner investieren zunehmend in KI-Infrastruktur
  • Goldman Sachs übernimmt NEOS Investments

Die Stimmung am Kryptomarkt ist zum Wochenende merklich abgekühlt. Nachdem die US-Börsenaufsicht SEC ein entscheidendes Treffen zur Neugestaltung der Token-Regulierung gestern kurzfristig abgesagt hat, verharrt Bitcoin in einer engen Handelsspanne. Mit einem aktuellen Kurs von 63.017,00 USD notiert die Kryptowährung derzeit etwa 0,8 % unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt, was die technische Pattsituation der vergangenen Tage unterstreicht.

Regulatorische Hängepartie belastet die Marktstimmung

Die für gestern terminierte Sitzung der SEC zur sogenannten „Regulation Crypto“ wurde ohne Angabe von Gründen und ohne Ersatztermin gestrichen. Die Behörde unter dem Vorsitz von Paul Atkins wollte ursprünglich über neue Ausnahmeregelungen für das Fundraising von Krypto-Unternehmen beraten.

Im Gespräch waren unter anderem Erleichterungen für Start-ups sowie eine Anhebung der Grenze für Kapitalaufnahmen auf 75 Millionen US-Dollar innerhalb von zwölf Monaten. Das Ausbleiben einer Entscheidung sorgt für anhaltende Rechtsunsicherheit bei Emittenten, die weiterhin auf bestehende Registrierungsverfahren angewiesen sind.

Parallel dazu richtet sich der Blick der Anleger auf den US-Senat, wo der sogenannte CLARITY Act zur Abstimmung ansteht. Eine entscheidende Verfahrensabstimmung ist hier für den 15. September angesetzt.

Während die regulatorische Front in den USA stockt, schafft Monaco bereits Fakten: Der Stadtstaat hat einen Gesetzentwurf vorgelegt, der eine Lizenzierung für Dienstleister nach dem Vorbild der europäischen MiCA-Verordnung vorsieht und die Aufsichtsbefugnisse deutlich ausweitet.

Miner-Krise erzwingt strategischen Schwenk zu KI

Die fundamentale Lage innerhalb des Netzwerks spiegelt den wirtschaftlichen Druck wider, unter dem viele Akteure derzeit stehen. Daten von CryptoQuant zufolge ist die Bitcoin-Hashrate um 17 % unter ihr historisches Hoch gefallen.

Ein wesentlicher Grund sind die Produktionskosten, die laut Branchenberichten mit rund 76.500 US-Dollar deutlich über dem aktuellen Marktniveau liegen. Bitcoin notiert derzeit rund 50 % unter seinem 52-Wochen-Hoch, das im Oktober vergangenen Jahres erreicht wurde.

Diese Rentabilitätslücke zwingt börsennotierte Mining-Unternehmen zu einer Neuausrichtung ihrer Geschäftsmodelle. Unternehmen wie Core Scientific und Hut 8 investieren massiv in Infrastruktur für Künstliche Intelligenz (KI) und High-Performance-Computing. Analysten von CoinShares gehen davon aus, dass diese Bereiche bis Ende des Jahres einen erheblichen Teil der Einnahmen im Sektor ausmachen könnten.

Während Miner wie Hyperscale Data zuletzt Bitcoin-Bestände im Wert von rund 43 Millionen US-Dollar veräußerten, um den Ausbau von Rechenzentren zu finanzieren, meldete PowerCompute für das zweite Quartal trotz gestiegener Umsätze einen Nettoverlust von 4,6 Millionen US-Dollar.

Institutionelle Impulse und schwache Nachfrage

Trotz der kurzfristigen Kursschwäche bleibt das Interesse großer Finanzinstitute bestehen. Goldman Sachs hat für bis zu 2,25 Milliarden US-Dollar den Vermögensverwalter NEOS Investments übernommen, der unter anderem einen Bitcoin-Dividenden-ETF führt. Dieser Schritt wird in Marktkreisen als Beginn einer neuen Phase der institutionellen Adaption gewertet.

Dennoch mangelt es am Spotmarkt aktuell an Dynamik. Das Handelsvolumen erreichte zuletzt die niedrigsten Stände seit dem Jahr 2019, und aus den US-Spot-ETFs flossen in dieser Woche mehr als 200 Millionen US-Dollar ab. Experten von CryptoQuant weisen darauf hin, dass die aktuelle Preisbildung vornehmlich durch den Terminmarkt getrieben wird, während die Nachfrage nach physischen Käufen stagniert.

Hoffnung auf neue Impulse setzen Marktteilnehmer auf ein für kommenden Mittwoch geplantes Treffen im Weißen Haus, bei dem Regierungsvertreter mit Führungskräften der Kryptobranche zusammenkommen wollen. Zudem wird die US-Rohstoffaufsicht CFTC am Donnerstag über neue Ansätze zur Regulierung digitaler Vermögenswerte beraten.

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