Bitcoin: Hacks drücken auf die Stimmung

Symbolbild, KI-generiert

Bitcoin verlor im Oktober 7,3 Prozent; Sicherheitsvorfälle sowie anstehende US-Wahlen und Zinsentscheidungen prägen die Marktlage.

Auf einen Blick:
  • Bitcoin gab im Oktober 7,3 Prozent nach
  • Mercado Bitcoin stoppte Ein- und Auszahlungen
  • Binance führt Auszahlungen schrittweise wieder ein
  • US-Wahl und Fed-Zinsen sorgen für Unsicherheit

Zwei Sicherheitsvorfälle binnen weniger Tage, dazu eine Kongresswahl und eine möglicherweise strafferer Fed-Kurs: Der Kryptomarkt geht angespannt in die neue Woche. Bitcoin notierte am Montagmittag bei rund 77.800 Dollar und gab damit die Morgengewinne wieder ab. Im Oktober summierte sich das Minus auf 7,3 Prozent.

Zwei Hacks in einer Woche

Am Montag legte die brasilianische Börse Mercado Bitcoin Ein- und Auszahlungen lahm, nachdem sie in der Nacht einen Sicherheitsvorfall bemerkt hatte. Kunden hätten kein Geld verloren, Daten seien nicht abgeflossen, teilte der Anbieter mit.

Die Sicherheitsfirma Hypernative meldet verdächtige Transfers von mehr als 40 Millionen Dollar auf mindestens zehn Blockchains, darunter auch Bitcoin. Bestätigt hat Mercado Bitcoin diese Summe nicht. Einen Termin für die Wiederöffnung nannte die Börse bislang nicht.

Tether fror nach eigenen Angaben mehr als 4,5 Millionen USDT mit Bezug zum Vorfall ein.

Der Fall folgt auf den Angriff auf Binance vom 29. Oktober. Dabei wurden rund 6,3 Milliarden Dollar entwendet, die US-Bundespolizei FBI ordnet die Tat der nordkoreanischen Gruppe TraderTraitor zu.

Binance öffnet die Auszahlungen seit Sonntag schrittweise wieder und hat Rücklagen gebildet, um alle Verluste zu ersetzen. Heute schloss die Börse zudem eine Zero-Knowledge-Prüfung ihrer Reserven für zehn Kryptowährungen ab. Nutzer können ihr Guthaben mit einem Open-Source-Tool selbst verifizieren.

Der Nachweis hat eine Grenze: Er bildet nur den Stichtag 31. Oktober ab und sagt nichts darüber, ob die Börse alle Verpflichtungen deckt.

Midterms und Fed als nächste Hürden

Am Dienstag wählen die USA den Kongress. Für Krypto geht es um die Regulierung, denn der CLARITY Act scheiterte im September im Senat knapp mit 49 zu 50 Stimmen. Die neue Zusammensetzung des Kongresses entscheidet, ob es einen weiteren Anlauf gibt. Ergebnisse dürften in Europa erst spät in der Nacht vorliegen, bei knappem Ausgang kann sich die Unsicherheit über Tage ziehen. Kurslücken sind möglich.

Makroseitig wird der Markt von der Zinsfrage dominiert. Die Fed hielt Ende Oktober still, zwei Mitglieder stimmten jedoch für eine Erhöhung. Terminmärkte sehen für die Sitzung im Dezember inzwischen eine Zinserhöhung mit einer Wahrscheinlichkeit von bis zu 83 Prozent.

Unterstützung bei 76.000 Dollar

Technisch rückt die 100-Tage-Linie bei rund 76.000 Dollar in den Blick. Fällt Bitcoin darunter, würde die Erholung nach dem Binance-Hack nach Einschätzung von Analysten kippen. Ethereum und Solana zeigen ebenfalls keine Stärke: Solana liegt knapp 9 Prozent unter dem Stand vom 28. Oktober.

Am Freitag, dem 6. November, folgt um 14:30 Uhr MEZ der US-Arbeitsmarktbericht, am 10. November die Verbraucherpreise. Beide Daten dürften die Zinserwartungen für die Fed-Sitzung am 8. und 9. Dezember prägen.

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