Bitcoin: Größter Abfluss des Jahres, und es wird schlimmer!

Bitcoin verzeichnet mit 1,44 Milliarden Dollar den größten Kapitalabfluss des Jahres 2026. Der Kryptomarkt leidet unter geopolitischen Spannungen und regulatorischer Ernüchterung.

Auf einen Blick:
  • Digital-Asset-Produkte verzeichneten 1,67 Milliarden Dollar Abflüsse, dritte negative Woche in Folge
  • Bitcoin-Abflüsse von 1,438 Milliarden Dollar, der größte Einzelwert in 2026
  • Fear & Greed Index bei 23, Gesamtmarktkapitalisierung fiel auf 2,23 Billionen Dollar
  • Polymarket sieht knapp 50 Prozent Wahrscheinlichkeit für Bitcoin unter 50.000 Dollar bis Jahresende

Drei Wochen. 4,21 Milliarden Dollar raus. Und kein Ende in Sicht. Was gerade im Kryptomarkt passiert, ist kein normaler Rücksetzer, sondern ein geordneter Rückzug, der zunehmend in Panik kippt.

Die Zahlen sind brutal

Digital-Asset-Investmentprodukte verzeichneten laut CoinShares zuletzt Abflüsse von 1,67 Milliarden Dollar, die dritte negative Woche in Folge und die zweitgrößte Wochenabfluss-Zahl des laufenden Jahres. Bitcoin allein stand für 1,438 Milliarden Dollar davon, der größte Bitcoin-Abfluss in 2026, mehr als in der Januarwelle, mehr als vergangene Woche. Das Gesamt-AUM der Produkte fiel auf 141 Milliarden Dollar, von 148 Milliarden Dollar noch eine Woche zuvor. Der niedrigste Stand seit Anfang April.

Wer noch Zweifel hatte: Die YTD-Zuflüsse in Bitcoin-Produkte sind von 3,9 Milliarden Dollar vor zwei Wochen auf jetzt 1,2 Milliarden Dollar zusammengeschmolzen. Das Geld, das Anfang des Jahres mit viel Tamtam in den Markt floss, verlässt ihn gerade still und schnell.

Altcoins? Fast alle rot

Interessant, was die Abflüsse über die Breite des Marktes verraten. Die Zahl der Altcoins mit positiven Zuflüssen über einer Million Dollar ist von elf auf fünf Assets kollabiert. XRP führte das kleine Häuflchen der Zufluss-Gewinner mit 20,3 Millionen Dollar an, Hyperliquid kam auf 10,8 Millionen Dollar, NEAR Protocol auf 7,6 Millionen Dollar. Das ähnelt eher einem Restposten-Handel.

Ethereum verlor 257 Millionen Dollar. Regional führten die USA mit 1,63 Milliarden Dollar Abflüssen das Feld an. Selbst Deutschland, das zuletzt noch relativ stabil war, drehte ins Minus mit 25,7 Millionen Dollar.

Geopolitik trifft auf regulatorische Ernüchterung

James Butterfill von CoinShares macht zwei Treiber aus: geopolitische Risikoaversion rund um Iran-Spannungen und das Schwinden der Euphorie um den CLARITY Act. Der sollte eigentlich regulatorische Klarheit bringen, doch die Fortschritte im Senat reichen offenbar nicht, um die Stimmung zu drehen.

Der Crypto Fear & Greed Index stand zuletzt bei 23, also tief im Bereich „Extreme Fear“. Die Gesamtmarktkapitalisierung fiel um 4,66 Prozent auf 2,23 Billionen Dollar. Bitcoin selbst rutschte auf 66.430 Dollar, ein Minus von über sechs Prozent innerhalb von 24 Stunden und knapp 14 Prozent im Monatsvergleich. Der S&P 500 legte im gleichen Zeitraum gut fünf Prozent zu. Schöner kann man die Divergenz nicht zeichnen.

Bitcoin/US-Dollar Chart

50.000 Dollar, keine Hysterie mehr

Polymarket sieht inzwischen eine Wahrscheinlichkeit von knapp 50 Prozent, dass Bitcoin bis Jahresende unter die 50.000-Dollar-Marke fällt. Wer das noch vor einem Monat gesagt hätte, wäre ausgelacht worden. Damals notierte Bitcoin um die 77.000 Dollar, sprang kurz über 81.000 Dollar, und die Bullen redeten von neuen Allzeithochs.

Seitdem: konsequent niedrigere Hochs, niedrigere Tiefs. MACD tief im negativen Bereich, RSI bei rund 22. Dazu Liquidationen von knapp 800 Millionen Dollar innerhalb von 24 Stunden. Das ist kein technischer Rücksetzer. Das ist ein Markt, der gerade entscheidet, ob er noch eine Stufe tiefer will. Und die Abfluss-Daten der letzten drei Wochen sagen: Ja, er will.

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