Bitcoin tritt seit Wochen auf der Stelle. Der Kurs pendelt um die 63.000-Dollar-Marke und scheitert regelmäßig an seinen kurzfristigen Durchschnittslinien. Der Grund dafür liegt weniger im Kryptomarkt selbst als in der Zurückhaltung der großen Zentralbank auf der anderen Seite des Atlantiks.
Prognosemärkte erwarten Fed-Stillstand
Wetten auf den Ausgang der nächsten Fed-Sitzung zeichnen ein klares Bild. Auf Plattformen wie Polymarket und Kalshi liegt die Wahrscheinlichkeit für ein Stillhalten der Notenbank bei rund 74 Prozent, ein Zinsschritt nach oben wird mit etwa einem Viertel gehandelt. Diese Einschätzung deckt sich mit einer Umfrage unter Ökonomen, von denen fast 70 Prozent bis Jahresende keine Änderung mehr erwarten.
Die Juli-Sitzung der Fed endete mit einem gespaltenen Votum: Bei einer Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent stimmten drei Mitglieder für eine Anhebung. Die nächste Entscheidung fällt Mitte September, das Ergebnis wird am 16. September verkündet. Für risikoreichere Anlagen wie Bitcoin bedeutet die erwartete Ruhe an der Zinsfront erstmal wenig Rückenwind – aber auch keinen zusätzlichen Gegenwind.
ETF-Abflüsse halten an
Parallel zur Zinsdebatte zeigt sich am Bitcoin-Markt selbst wenig Kaufdruck. Amerikanische Spot-ETFs verzeichneten zuletzt erneut Nettoabflüsse, nachdem bereits in den Wochen zuvor Kapital aus den Produkten abgezogen worden war. Der iShares Bitcoin Trust gehörte zu den Fonds mit den größten Rückgängen.
Technisch bleibt die Lage angespannt: Der Kurs notiert unterhalb der wichtigen 20- und 50-Tage-Durchschnittslinien, während der RSI in Richtung neutrales Terrain gefallen ist. Zum bisherigen Rekordhoch von rund 126.000 Dollar aus dem Oktober 2025 fehlen weiterhin mehr als 50 Prozent.
Regulierung nimmt Formen an
Abseits der Kursbewegung kommt Bewegung in die regulatorische Front. Das US-Finanzministerium hat Regeln vorgeschlagen, die festlegen, wer Stablecoins in den Vereinigten Staaten künftig anbieten darf.
Ab Januar 2027 sollen Emittenten grundsätzlich eine föderale oder bundesstaatliche Lizenz benötigen, ausländische Anbieter müssen sich an US-Rechtsvorgaben halten. Ab Juli 2028 dürften Handelsplattformen Stablecoins ohne lizenzierten Emittenten dann gar nicht mehr an US-Kunden verkaufen.
Finanzminister Scott Bessent bezeichnete den Vorschlag als Baustein, um die Rolle des Dollar als Weltreservewährung zu festigen. Die Öffentlichkeit kann bis zum 19. Oktober 2026 Stellungnahmen einreichen – ein Zeitfenster, das zeigt, wie viel regulatorisches Feintuning noch bevorsteht, bevor das im Sommer 2025 unterzeichnete GENIUS-Gesetz vollständig greift.
Für Bitcoin selbst bleibt die Gemengelage aus stockender Kursbewegung, anhaltenden ETF-Abflüssen und einer abwartenden Fed vorerst bestimmend. Die Marke bei 65.500 Dollar gilt als nächstes Ziel, sollte der Kurs seine Durchschnittslinien zurückerobern – bis dahin dürfte sich wenig an der aktuellen Seitwärtsbewegung ändern.
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