Bitcoin: ETFs beenden Abflussserie

US-Spot-Bitcoin-ETFs verzeichnen erste Zuflüsse seit Mai und beenden eine Verlustserie von 8,26 Milliarden Dollar.

Auf einen Blick:
  • Erste Nettozuflüsse seit acht Wochen
  • Ether-ETFs folgen positivem Trend
  • Politische Weichenstellung für Krypto
  • Bitcoin erholt sich über 64.000 Dollar

Acht Wochen lang zogen Anleger ihr Geld aus US-Spot-Bitcoin-ETFs ab, mehr als acht Milliarden Dollar in Summe. Diese Woche endete die Serie abrupt. Zusammen mit den Ether-Fonds kamen 281,8 Millionen Dollar zurück in den Markt — das erste positive Wochenergebnis seit Anfang Mai.

Woche der Wende

Die Spot-Bitcoin-ETFs verzeichneten rund 197,4 Millionen Dollar an Nettozuflüssen und beendeten damit die längste Verlustserie seit ihrem Handelsstart im Januar 2024. Zuvor hatten die Produkte rund 8,26 Milliarden Dollar verloren. Die letzte positive Woche lag am 8. Mai zurück, damals mit einem Zufluss von etwa 622,7 Millionen Dollar.

Innerhalb der Woche blieb das Bild uneinheitlich. Ein kräftiger Montag mit 265,69 Millionen Dollar Zufluss trug bereits mehr bei als am Ende die ganze Woche brachte. Mittwoch und Donnerstag flossen kombiniert 180,16 Millionen Dollar wieder ab, bevor Freitag mit 90,44 Millionen Dollar den positiven Wochensaldo sicherte — konzentriert praktisch komplett auf BlackRocks IBIT und VanEcks HODL.

Ether-ETFs zogen mit: 84,4 Millionen Dollar Zufluss beendeten eine Rekord-Verlustserie von 1,20 Milliarden Dollar über acht Wochen. Trotz der Wende bleibt das Handelsvolumen schwach — mit 8,41 Milliarden Dollar so niedrig wie zuletzt im Oktober 2024. Das Nettovermögen der Bitcoin-ETFs liegt bei 77,42 Milliarden Dollar, bei kumulierten Zuflüssen von 51,28 Milliarden Dollar seit dem Start.

Regulatorik schiebt sich in den Vordergrund

Parallel zur ETF-Wende verändert sich das politische Umfeld. Ein vierjähriges Verbot für eine digitale Zentralbankwährung der Fed trat automatisch in Kraft, nachdem ein entsprechendes Gesetzespaket ohne Unterschrift oder Veto des Präsidenten Gesetzeskraft erlangte. Bis 2030 darf die Fed damit keinen digitalen Dollar ausgeben — für die Kryptobranche fällt damit ein möglicher Konkurrent zu privat ausgegebenen Stablecoins weg.

Zeitgleich erhielt Circle, Emittent des Stablecoins USDC, die finale Zulassung der US-Bankenaufsicht OCC für eine bundesweit beaufsichtigte Trust Bank. Das Unternehmen kann künftig Krypto-Verwahrdienste unter direkter Bundesaufsicht anbieten — ein weiterer Baustein in der schrittweisen Einbindung der Branche ins traditionelle Finanzsystem.

Bitcoin selbst hält sich über 64.000 Dollar und hat sich damit von der Talfahrt Richtung 61.000 Dollar in dieser Woche erholt. Einzelne Analysten dämpfen dennoch die Erwartungen an den nächsten Marktzyklus: Während Kursziele zwischen 300.000 und 500.000 Dollar bis 2029 weiter kursieren, zeigen historische Daten abnehmende Zyklusgewinne — vom 75-fachen des vorherigen Hochs 2017 über das 3,5-fache 2021 bis zum 1,8-fachen zuletzt. Wachsendes institutionelles Engagement und ein tieferer Derivatemarkt machen Bitcoin nach dieser Lesart zu einem größeren, liquideren Asset — mit nachhaltigeren, aber weniger spektakulären Renditen.

Für das Gesamtjahr bleiben die Bitcoin-ETFs mit rund 5,34 Milliarden Dollar im Minus. Die einwöchige Wende deckt gerade einmal 2,4 Prozent der Verluste der vorangegangenen acht Wochen ab — bei den Ether-Fonds sind es etwa 7 Prozent.

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