Institutionelles Kapital strömt zurück in Bitcoin – nur der Kurs merkt davon bislang wenig. Diese Lücke zwischen Geldfluss und Preisentwicklung ist derzeit das eigentlich bemerkenswerte Signal am Markt.
Bitcoin bewegt sich um die 65.000 Dollar und hat die Woche erstmals seit Ende Juli über dieser Marke abgeschlossen. In der ersten Augustwoche flossen rund 850 Millionen Dollar netto in amerikanische Spot-ETFs – fünfmal so viel wie im gesamten Juli mit etwa 170 Millionen Dollar. Allein der 5. August brachte mit rund 244 Millionen Dollar den stärksten Einzeltag seit Ende Juli. Der iShares-Fonds von BlackRock vereinnahmte davon etwa 81 Prozent.
Warum der Kurs den Zuflüssen hinterherhinkt
Trotz der Rückkehr institutionellen Geldes pendelte Bitcoin in der vergangenen Woche lediglich zwischen 64.000 und 65.100 Dollar. Ethereum, Solana und XRP zeigten kaum Bewegung – ein Hinweis darauf, dass es sich um eine gezielte Wette auf Bitcoin handelt, nicht um eine allgemeine Krypto-Rally. Ein schwacher US-Arbeitsmarktbericht für Juli dämpfte zuletzt die Erwartung weiterer Zinsschritte, was Risikoanlagen wie Bitcoin im Vergleich zu verzinsten Alternativen attraktiver macht. Auf Jahressicht liegen die Spot-ETFs mit rund 4,5 Milliarden Dollar dennoch im Minus.
Technisch hängt viel an der Marke von 66.000 Dollar, an der bereits zwei Anläufe gescheitert sind. Gelingt der Ausbruch, öffnet sich laut Chartformation ein Ziel bei etwa 75.000 Dollar. Scheitert der dritte Versuch, droht ein Rücksetzer Richtung 60.000 Dollar. Der relative Stärkeindex hat die Signallinie zuletzt von unten gekreuzt, was einige Marktbeobachter als frühes Kaufsignal werten.
Sicherheitslücken und Regulierung als Nebenschauplätze
Abseits des Kursgeschehens sorgt ein Vorfall bei BTCPay Server für Aufsehen. Nach einem Exploit, der Angreifern Zugriff auf verbundene Lightning-Wallets ermöglichte, bietet das Projekt zehn Prozent der zurückgeholten Gelder als Belohnung an – gedeckelt bei drei Bitcoin, aktuell rund 190.000 Dollar wert. Wie viel insgesamt entwendet wurde, hat BTCPay bislang nicht offengelegt.
Auf regulatorischer Seite bereitet die US-Börsenaufsicht SEC für den 14. August eine Sitzung vor, in der ein neues Rahmenwerk für Krypto-Kapitalaufnahmen ohne klassische Wertpapierregistrierung diskutiert werden soll. Sollte daraus eine formale Regel entstehen, wäre es der erste dauerhafte Regulierungsrahmen der Behörde für die Branche – bislang bewegte sich die SEC vor allem über einzelne Stellungnahmen.
Für die kommenden Tage bleibt die Marke von 66.000 Dollar der entscheidende Prüfstein. Ein Wochenschluss darüber würde den dritten Ausbruchsversuch bestätigen und den Weg zur 75.000-Dollar-Zone freimachen, ein erneutes Scheitern die 60.000-Dollar-Zone wieder ins Spiel bringen.
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