Drei Monate hat es gedauert. Dann, am Montagmorgen Singapurer Zeit, schob sich Bitcoin wieder über die 80.000-Dollar-Marke. 80.393 Dollar, ein Plus von knapp zwei Prozent, der höchste Stand seit dem 31. Januar. Ether zog mit, die breite Krypto-Rally war wieder da. Zumindest kurz.
Wer kauft hier eigentlich?
Die Analysten von CryptoQuant haben sich die Frage gestellt, wer hinter diesem Anstieg steckt, und die Antwort ist schon etwas seltsam: Käufer, die dem Kurs nicht wirklich trauen. Positioning-Daten und On-Chain-Signale zeigen demnach ein gespaltenes Bild. ETF-Zuflüsse und gehebelte Long-Positionen haben den Anstieg getragen, die echte Nachfrage darunter ist aber ungleichmäßig verteilt. Das klingt nach einem Fundament, das man lieber nicht zu genau untersucht.
Immerhin: US-Spot-Bitcoin-ETFs haben in den vergangenen drei Wochen rund 2,7 Milliarden Dollar angezogen. Die gesamten Nettovermögen liegen nun über 100 Milliarden Dollar. Das ist echtes Geld, kein Hebel-Spielzeug.
Bitcoin/US-Dollar Chart
Was der Markt wirklich glaubt
Auf Polymarket, der Wettbörse für solche Fragen, sieht es so aus: 56 Prozent Wahrscheinlichkeit, dass Bitcoin im Mai noch die 85.000-Dollar-Marke erreicht. Für 90.000 Dollar sind es gerade mal 23 Prozent. Der Markt wettet also auf ein langsames Vorwärtskrabbeln, nicht auf einen Ausbruch.
Dazu kommt geopolitisches Rauschen aus dem Nahen Osten. Trump kündigte an, US-Schiffe durch die Straße von Hormuz zu führen, ein iranischer Regierungsvertreter warnte prompt, das sei ein Waffenstillstandsbruch. Für Bitcoin ist das kein direkter Treiber, aber Unruhe in den Märkten ist halt selten ein Rückenwind.
Skepsis als Begleiter
Was bleibt: Bitcoin hat die 80.000 Dollar zurückerobert, aber die Skepsis reist mit. Käufer ohne Überzeugung, Wettmärkte ohne Euphorie, Analysten mit Fragezeichen. Für einen Drei-Monats-Hochpunkt ist das eine ziemlich nüchterne Stimmung. Vielleicht ist genau das der Grund, warum die 90.000 Dollar in den Wetten so weit weg wirken.
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