Bitcoin & Co.: Kaufen, wenn die Kanonen donnern?!

Kryptowährungen wie Bitcoin zeigen trotz Kriegsängsten und Inflationssorgen Widerstandskraft. Der Artikel analysiert, ob antizyklische Anlagestrategien nun greifen.

Auf einen Blick:
  • Bitcoin erholt sich nach starkem Kursrutsch
  • Analyse antizyklischer Börsenweisheiten für Kryptos
  • Inflationsumfeld könnte harte Assets begünstigen
  • Kaufgelegenheit nach mehr als Halbierung des Kurses

Es gibt bekanntlich viele Börsenweisheiten und manche widersprechen sich. So heißt es stets, dass man nur dann erfolgreich an der Börse wird, wenn man antizyklisch handelt. Antizyklisch bedeutet dabei Aktien zu kaufen, die derzeit die Masse der Anleger – aus welchen Gründen auch immer – nicht haben möchte. Ein Beispiel war hier sicherlich in den letzten Jahren die Aktie der Leverkusener Bayer AG; aufgrund deren völlig verkorkster Monsanto-Übernahme.

Andererseits heißt es jedoch auch, dass man nie in ein fallendes Messer greifen solle. Was aber sind denn Aktien, die derzeit niemand haben möchte? In der Regel eben fallende Messer. Dennoch sind beide Börsenweisheiten nicht ganz falsch, wie ebenfalls das Beispiel Bayer zeigt. Denn zwar fiel die Aktie zwischen April 2015 und Dezember 2024 wie ein Stein (mit zwischenzeitlichen Erholungsphasen). Seitdem aber hat sie sich nahezu verdoppelt.

Man muss also wissen, welche Börsenweisheit zu welcher Zeit gilt – und genau das ist die Krux. So ist der inzwischen in den Ruhestand gegangene Warren Buffett mit Berkshire Hathaway über viele Jahrzehnte zum erfolgreichsten (antizyklischen) Investor der Welt geworden. Aber auch er lag eben nicht immer richtig. So vergriff er sich beispielsweise mit der Aktie der britischen Supermarktkette Tesco und hatte mit IBM nicht lange genug Geduld.

Gelten solche Börsenweisheiten auch für Kryptos?

Eine weitere Frage, die man sich stellen kann, lautet: Gelten solche Börsenweisheiten überhaupt für die Kryptos, also Bitcoin (BTC) und Co.? Auch hier ist die Antwort kein klares Ja und kein klares Nein, sondern eben ein klares Jein. Denn grundsätzlich funktionieren Märkte zwar immer gleich, in erster Linie gilt das Gesetz von Angebot und Nachfrage (erklären Sie das aber mal den Sozialisten!). Allerdings gibt es eben auch Regulierungen, die dies deutlich verzerren (können).

Die Krypto-Märkte sind jedoch noch deutlich weniger reguliert als die traditionellen Finanzmärkte, auch wenn die Regulierer das schon länger zu ändern versuchen (und es auch zunehmend schaffen). Zum Teil ist das auch durchaus gut, denn leider besteht sonst für größere Marktteilnehmer die Chance die Märkte zu manipulieren (Stichwort: „Wale“ und gezielte Verkäufe). Wobei solche Marktmanipulationen nicht nur ein Risiko darstellen, sondern eben auch eine Chance.

Denn wer sich von den „Spielchen“ der Wale nicht ins Bockshorn jagen lässt, sondern sie zu seinen Gunsten ausnutzen kann, gewinnt am Ende (mehr). Nur leider verfügen viele private Kleinanleger nicht über die Eigenschaften, die es dazu braucht. So arbeiten sie selbst bei den Kryptos mit (zu) engen Stoppkursen, was am Ende dazu führt, dass sie teuer ein- und günstig(er) verkaufen, so dass sie letztlich zu Opfern solcher „Spielchen“ werden.

Aber grundsätzlich würde ich die Frage, ob solche Börsenweisheiten auch für die Kryptos gelten, eher bejahen als verneinen!

„Kaufen, wenn die Kanonen donnern!“

Kein Geringerer als der berühmte Bankier Carl Mayer von Rothschild (1788 bis 1855) soll die Börsenweisheit „Kaufen, wenn die Kanonen donnern!“ (in der martialischeren Version auch: „Kaufen, wenn das Blut in den Straßen fließt!“) geprägt haben. Zumeist noch ergänzt um den zweiten Teil, der da lautet: „Verkaufen, wenn die Violinen spielen!“. Gemeint war und ist damit tatsächlich, dass man Kursrücksetzer aufgrund eines Krieges – antizyklisch – zu Käufen nutzen sollte.

Zuletzt haben wir solche Kursrücksetzer auch gesehen. Die Begründung dazu ist natürlich so einfach wie logisch: Steigende Ölpreise sorgen für generell steigende Preise. Das treibt die Inflationsrate hoch, was wiederum die Zinsen nicht sinken, sondern eher steigen lassen dürfte. Zugleich leidet die Wirtschaft ohnehin unter der durch die steigenden Preise verursachten Konsumzurückhaltung bei gleichzeitig höheren Kosten (zum Beispiel für Transport).

Dadurch wiederum leidet die Geschäftsentwicklung (Umsatz- und Gewinnentwicklung) der meisten Unternehmen und in der Folge dann natürlich auch deren Aktienkurse. Aber steigende Zinsen wären auch für andere spekulative Assets, wie eben Kryptos, natürlich Gift. Ergo müssten auch Bitcoin und Co. natürlich fallen. Was auch zunächst passiert ist. Aber seit einigen Tagen, für viele wohl überraschenderweise, nicht mehr! Wie kann das sein?

Zinserhöhungen wären derzeit völlig falsch!

Zunächst einmal muss man dazu feststellen, dass die Kryptos ihren „Crash“ bereits hatten. So fiel der Bitcoin seit Anfang Oktober 2025 von über 126.000 auf rund 60.000 US-Dollar, hat sich also in kurzer Zeit mehr als halbiert. Damit wurde wohl schon einiges im Vorfeld eingepreist. Andere Kryptos wie Ether und Co. erwischte es noch stärker, so dass auch hier vieles mehr als eingepreist erscheint.

Bitcoin/US-Dollar Chart

Insbesondere der Bitcoin wurde als Antwort auf die „Finanzkrise“ 2007 bis 2009 konzipiert. Nun kann er also unter Beweis stellen, dass er in Krisenzeiten wirklich ein sicherer Hafen ist. Das scheint er aktuell tun zu wollen. Aber vielleicht setzen die Anleger auch auf eine andere, eigentlich bestechende (bestechend einfache!) Logik: Denn wenn wir steigende Ölpreise nicht wegen eine wirtschaftlichen Booms, sondern wegen eines kurzfristigen Angebotsengpasses haben, nutzen Zinserhöhungen nicht wirklich viel. Im Gegenteil. Sie sind kontraproduktiv.

Denn damit würde man eine ohnehin bereits angeschlagene Wirtschaft weiter in Richtung Abgrund drücken. Mag sein, dass eine dann folgende sehr harte Rezession auch die Nachfrage nach Öl so stark senkt, dass sogar die Ölpreise ausgebremst werden. Aber anschließend müsste man noch mehr Geld als in Zeiten der Covid-19-Pandemie drucken, um die total kollabierte Wirtschaft auch nur halbwegs wiederbeleben zu können. Daher verzichten clevere Notenbänker vielleicht, trotz erhöhter Inflation, auf eine (zu) restriktive Geldpolitik.

Fazit: Es spricht mehr für Bitcoin und Co. als man vielleicht denkt

Eine, wenn auch nur vorübergehend, erhöhte Inflation wäre sicherlich nicht das schlechteste Marktumfeld „harte“ Assets. Die Kursrally bei den Edelmetallen, allen voran Gold, war und ist also verständlich. Wobei die Edelmetalle nun langsam etwas ausgereizt sein könnten. Das ist bei Bitcoin und Co. jedoch ganz sicher (noch) nicht der Fall. Weshalb viele Anleger daher vielleicht jetzt auf diese Alternative aufmerksam werden – und kaufen!

Zumal der Kauf von Bitcoin, Ether und Co. tatsächlich ein eher antizyklischer Kauf wäre. Anders als der Kauf von Gold und/oder Silber. Denn die Kryptos sind ja, seit Oktober 2025, nochmal deutlich abgestürzt. Generell sollte man derzeit wohl, frei nach Bankier Rothschild, wohl eher kaufen als verkaufen. Auch gute Aktien. Ja, selbst, an schwachen Tagen, Gold oder Silber. Aber niemals Bitcoin, Ether und Co. vergessen!

In diesem Sinne wünsche allen Leserinnen und Lesern, die mit mir weiterhin mutig den Kryptos die Treue gehalten haben und weiterhin halten, viel Erfolg!

Ihr

Sascha Huber

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