Am Wochenende begannen Israel und die USA den Iran anzugreifen. Zuvor hatte man noch versucht eine diplomatische Lösung für die Situation in der selbsternannten Islamischen Republik zu finden. Nachdem die Vertreter des Mullah-Regimes sich jedoch offenbar wenig kompromissbereit zeigten, verlor US-Präsident Donald J. Trump die Geduld. Zusammen mit dem Verbündeten Israel begann man daher am Samstagmorgen mit militärischen Attacken unter dem Codenamen „Epic Fury“ (zu Deutsch: „Epische Wut“).
Die Kryptos reagierten darauf erwartungsgemäß. So fielen die Kurse von Bitcoin (BTC) und Co. am Samstag in der Früh. Allerdings hielten sich die Kursverluste in engen Grenzen. Nachdem über das Wochenende erste Erfolge – wie die Tötung des Obersten Führers des Iran, Ayatollah Ali Chamenei – vermeldet werden konnten, kam es sogar zu leichten Kursgewinnen, die die vorherigen Kursverluste wieder weitgehend egalisieren konnten. Außer Spesen am Ende also nicht viel gewesen, könnte man meinen.
Jane Street Capital: Marktmanipulation?
Bevor ich gleich noch dazu komme, warum ich das anders sehe, möchte ich aber noch kurz über eine Geschichte schreiben, die vor knapp einer Woche herausgekommen ist. So stiegen nämlich die Kurse von Bitcoin und Co. zwischen vergangenen Dienstag, dem 24. Februar und Mittwoch, dem 25. Februar, deutlich. Der Bitcoin beispielsweise notierte noch am Dienstag, dem 24. Februar gegen 15 Uhr (deutscher Zeit) unter 63.000 US-Dollar und stieg dann bis Mittwoch, dem 25. Februar gegen 22 Uhr (deutscher Zeit) auf über 69.000 US-Dollar.
Abgesehen davon, dass dieser „Move“ charttechnisch sehr wichtig war – weil sich die „Mutter aller Kryptowährungen“ dadurch deutlicher vom zentralen charttechnischen Support bei 60.000 US-Dollar lösen konnte – war die Geschichte, die dahinterstand, wichtig. Denn der Grund für diese kurzfristige Kursrally war (oder soll gewesen sein), dass Jane Street Capital wohl bei einer (vermuteten) Marktmanipulation erwischt wurde.
Jane Street Capital ist ein sehr wichtiger, sogenannter Market Maker an den Krypto-Märkten. Insbesondere gehört man zu den wenigen Market Makern, die von BlackRock beauftragt wurden, um Käufe und Verkäufe von Bitcoin für den bekanntesten, beliebtesten und größten Bitcoin (Spot) ETF, dem iShares Bitcoin Trust (IBIT) aus dem Hause BlackRock (iShares ist die ETF-Tochter von BlackRock), durchzuführen.
Neben dieser Tätigkeit als „Finanzdienstleister“ soll Jane Street Capital jedoch auch auf eigene Rechnung mit Bitcoin getradet haben. So wurden wohl stets um 10 Uhr New Yorker Zeit (was 16 Uhr deutscher Zeit entspricht) stets automatisch größere unlimitierte Bitcoin-Verkäufe durchgeführt. Dadurch kam es kurzfristig zu einem Kurssturz, in den hinein man dann wieder Bitcoin gekauft hat.
Diese Marktanomalie fiel denn auch der US-Börsenaufsicht auf, die daraufhin entsprechende Ermittlungen wegen vermuteter Marktmanipulation gegen unbekannt eingeleitet hat. Schnell aber fiel der Verdacht auf Jane Street Capital. Das bekam man dort auch mit und stoppte diese automatisierten Verkäufe sofort. Damit war kurzfristig der Verkaufsdruck weg – und der Kurs von Bitcoin und Co. stieg deutlich!
Um es klar zu schreiben: Ja, für mich war/ist das tatsächlich Marktmanipulation gewesen. Daher freue ich mich über diese Ermittlungen und hoffe, dass am Ende auch eine Strafe für Jane Street Capital dabei herausspringen wird. Kurzfristig war es, wie bereits erwähnt, auch wichtig, dass sich der Bitcoin damit von seinem zentralen Support nach oben lösen konnte. Aber eine Schwalbe macht noch keinen Sommer und noch sind die Bären nicht besiegt!
Damit haben die Kryptos haben zuletzt zwei Stresstests bestanden!
Aber egal, ob dies am Ende als Marktmanipulation eingestuft und bestraft wird oder nicht. Zuletzt haben die Kryptos damit gleich zwei Stresstests bestanden. Zunächst dieses Vorgehen von Jane Street Capital, was zwar kurzfristig für Kursschwäche sorgte, den Kurs des Bitcoin aber nicht unter die 60.000 US-Dollar drücken konnte. Und dann noch der Iran-Krieg an diesem Wochenende.
Übrigens hat der Iran, im Zuge der kriegerischen Auseinandersetzungen, tatsächlich die „Straße von Hormus“ geschlossen. Was seit Jahren als ein Alptraum im Westen gilt. Denn sehr viele Öltanker fahren täglich durch diese Meerenge. Eine Schließung, insbesondere wenn diese länger andauern sollte, könnte daher für eine „Ölkrise“ im Westen sorgen; mit entsprechend stark steigenden Ölpreisen, die entsprechende Auswirkungen auf die Wirtschaft haben.
US-Präsident Donald J. Trump hat jedoch bereits verkündet, dass die Militäroperation in vier Wochen abgeschlossen werden soll. Danach sei das islamistische Mullah-Regime im Iran besiegt und die Welt eine bessere. Hoffen wir mal, dass er damit auch richtig liegt. Denn Störungen in der Ölversorgung hier im Westen könnten für einen deutlich Anstieg der Inflationsraten sorgen, was wiederum die Zinssenkungsphantasie bremsen könnte. Insofern war die initiale Schwäche von Bitcoin und Co. durchaus logisch.
Bitcoin/US-Dollar Chart
Allerdings hält bisher weiter der zentrale charttechnische Support um 60.000 US-Dollar (im Bitcoin). Was durchaus eine kleine (positive) Überraschung darstellt. Denn die zuletzt tendenziell schwache Kursentwicklung hätte durchaus für die automatische Auflösung von gehebelten Long-Positionen sorgen können. Was wiederum, „dank“ StoppLoss-Kaskaden, für kurzfristig stärker fallende Kurse hätte sorgen können. Insofern haben Bitcoin und Co. zuletzt gleich zwei Stresstests bestanden.
Fazit: Wenn die Kryptos Marktmanipulation und Iran-Krieg widerstehen können…
Abschließend komme ich daher in meinem Fazit zu der Frage, was denn Bitcoin und die Kryptos noch stärker unter Abgabedruck bringen könnte, wenn es weder eine (vermutete) Marktmanipulation noch der Iran-Krieg zuletzt geschafft haben. Wenn Kurse trotz solch negativer Nachrichten nicht mehr nachhaltig fallen, ist das – antizyklisch – positiv. Ich war zuletzt bullish, bin es weiterhin und bleibe es auch.
In diesem Sinne wünsche allen Leserinnen und Lesern, die weiterhin mutig den Kryptos die Treue gehalten haben und weiterhin halten, viel Erfolg!
Ihr
Sascha Huber
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