Zuletzt ging es, sowohl an den regulären Börsen wie auch an den Krypto-Märkten, abwärts. Schon zuvor war die Stimmung, allerdings besonders an den Krypto-Märkten, schlecht. Durch diese Rücksetzer ist sie nun, wiederum besonders an den Krypto-Märkten, regelrecht mies. Doch genau das ist gut – und sogar wichtig. Warum? Nun ja, weil diejenigen, die schwarz sehen, in der Regel nicht investiert sind.
Denn wer investiert ist, muss ja an eine positive Zukunft (seiner Assets) glauben. Sonst würde es ja keinen Sinn ergeben, investiert zu sein. Wenn dem aber so ist, bedeutet dies nichts anderes wie, dass derzeit eine ganze Menge Geld am Seitenrand steht. Tatsächlich ist das auch so, wie uns entsprechende Daten zeigen. Dabei sind gerade hier, aufgrund der Blockchain, die Kryptos besonders transparent.
Konkret war und ist zuletzt feststellbar, dass aus Bitcoin, Ether (ETH) und Co. in den letzten Wochen mehrere hundert Millionen US-Dollar abgezogen wurden. Inzwischen summieren sich die Verkäufe auf weit mehr als eine Milliarde US-Dollar. Hinzu kamen etliche Liquidationen derjenigen, die gerne gehebelt auf steigende Krypto-Kurse gesetzt haben. Was zuletzt, „dank“ einer Bullenfalle Anfang Oktober, so richtig ins Auge ging.
Bitcoin noch Anfang Oktober mit neuem Allzeithoch…
So stieg der Bitcoin noch Anfang Oktober, konkreter am „Tag der Deutschen Einheit“, also dem 3. Oktober, auf neue Allzeithochs von über 126.000 US-Dollar. Eigentlich wäre damit ein charttechnisches Kaufsignal mit Kursziel 150.000 US-Dollar getriggert worden. Ich war allerdings seinerzeit schon skeptisch, ob dies wirklich Bestand haben wird. So war mir der charttechnische Ausbruch seinerzeit noch nicht signifikant genug.
Hinzu kam, dass es eigentlich keine fundamentalen Gründe für ein solch starkes charttechnisches Kaufsignal gab. Viele, besonders die rein charttechnisch orientierten, Anleger (Trader) ließen sich jedoch von diesem vermeintlichen Kaufsignal blenden und wetteten stark auf steigende Kurse. Doch dann erwies sich der charttechnische Ausbruch tatsächlich als Fehlausbruch.
Aus einem charttechnischen Kaufsignal wurde so ein Fehlsignal. Oftmals ist es so, dass es bei solchen Fehlsignalen dann rapide in die andere Richtung geht. Eben, weil damit viele Trader auf dem falschen Fuß erwischt werden – und in der Folge entweder selbst (freiwillig) ihre Positionen liquidieren oder, noch schlimmer, nach entsprechenden „Margin Calls“ automatisch (und damit unlimitiert) aus ihren Positionen geworfen werden.
Tatsächlich „crashte“ der Bitcoin dann!
Tatsächlich kam es dann auch mal wieder, wie es wohl einfach kommen musste. Das charttechnische Kaufsignal erwies sich als Fehlsignal und mutierte somit zum Verkaufssignal. So gab der Bitcoin seit Anfang Oktober nicht nur um fast 25% nach. Vielmehr radierte er damit auch seine sämtlichen Jahresgewinne 2026 wieder aus. Und das in gerade einmal rund sechs Wochen. Krass! Krass, ja, aber für Kryptos und selbst den Bitcoin nicht ungewöhnlich.
Bitcoin/USD Chart
Ebenso nicht ungewöhnlich war, dass die Schwäche des Bitcoins viele der Altcoins natürlich mal wieder mit in die Tiefe riss. So verlor selbst die Nummer 2 (nach Market Cap.) des Krypto-Marktes, der Ether, noch deutlich mehr an Wert, nämlich weit über 30%. Allerdings muss man hier auch sehen, dass der Ether zwischen seinen Jahrestiefs im April und seinen Jahreshochs im August, in der Spitze, um mehr als 200% zulegen konnte.
Und noch etwas ist auffällig. So standen nämlich zuletzt nicht nur die Kryptos unter Abgabedruck, sondern auch an den regulären Börsen ging es abwärts. So notierte der Nasdaq 100 aktuell etwas mehr als 4% unter seinen kurz zuvor erklommenen Allzeithochs. Schaut man sich jedoch die Stimmungsindikatoren (AAII Investor Sentiment (Survey), CNN Fear&Greed-Index) an, könnte man denken, es hätte hier einen „Crash“ gegeben!
Davon kann hier jedoch, anders als beim Bitcoin und den Kryptos, keine Rede sein. Wobei zur Wahrheit auch gehört, dass es zuletzt den einen oder anderen Altcoin gab, der durchstarten konnte. Allen voran natürlich ZCash (ZEC), aber beispielsweise auch DASH oder Decred (DCR). Es mag sich nun erst einmal blöd anhören, aber diese Gemengelage macht durchaus Hoffnung auf Besserung. Warum?
Die miese Stimmung sollte man kaufen
Zunächst einmal muss ich kurz auf den Grund für die Kursverluste eingehen. Dieser ist nämlich recht simpel. Viele Anleger erwarten eine weitere Lockerung der US-Geldpolitik, eine weitere Zinssenkung um 25 Basispunkte war für die Fed-FOMC-Tagung am 9. und 10. Dezember (mit Entscheidung am 10. Dezember) 2026 fest eingeplant. Zuletzt äußerten sich jedoch zahlreiche FOMC-Mitglieder eher zurückhaltend, so dass diese Zinssenkung nun auf der Kippe steht.
Um es klar und deutlich zu formulieren: Ich hielte es für einen Fehler, wenn die US-Notenbank im Dezember ihre Leitzinsen nicht weiter senken würde. Meines Erachtens sind die Leitzinsen in den USA noch immer viel zu hoch. Das klingt, angesichts sehr positiver Wirtschaftsdaten zuletzt, erst einmal komisch. Allerdings wird die US-Wirtschaft derzeit nur durch einen Bereich, nämlich den Technologiesektor, angetrieben.
Es sind die massiven Investitionen in Künstliche Intelligenz (KI/AI), die die US-Wirtschaft gut aussehen lassen. Weite Teile der „Old Economy“ liegen jedoch am Boden. Diese sind jedoch für den Otto Normalverbraucher („John Doe“) in den USA wichtiger als der Technologiesektor. Darum gehe ich persönlich auch weiterhin von einer Zinssenkung im Dezember aus; zumindest müsste sie kommen, wenn die US-Notenbank ihre Mandate ernst nimmt.
Kommt die Zinssenkung aber, war die Marktkorrektur zuletzt überflüssig. Zu weit ging sie, zumindest an den Krypto-Märkten, auch. Deshalb denke ich, dass man die derzeit miese Stimmung weiterhin kaufen sollte. Denn übergeordnet bleibt es bei meinem View, dass ich zum Jahresende/über den Jahreswechsel 2024/2026 den Start eines Bullruns, besonders an den Krypto-Märkten, erwarte. Dabei lasse ich mich von kurzfristigen Spinnereien an den Märkten nicht irritieren. Tun Sie, liebe Leserinnen und Leser, das auch nicht!
In diesem Sinne wünsche allen Leserinnen und Lesern, einen stressfreien Wochenauftakt sowie uns allen bald eine weniger stressfreie, weil von explosiven Kursgewinnen geprägte, Zeit!
Ihr
Sascha Huber
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