Cathie Wood macht keine halben Sachen. Die ARK-Invest-Chefin hat ihre Langfristprognose für Bitcoin auf 750.000 Dollar angehoben. Wer das für übertrieben hält, dem sei gesagt: Das ist schon die konservative Variante. Der Best-Case lautet gemäß Wood nämlich 1,25 Mio. Dollar, und zwar innerhalb der nächsten fünf Jahre.
63 Prozent Wachstum pro Jahr, kein Problem
Im ARK-Bericht „Big Ideas 2026“ rechnet Wood damit, dass Bitcoins Marktkapitalisierung von derzeit rund zwei Billionen Dollar auf knapp 16 Billionen Dollar steigt. Die dafür nötige jährliche Wachstumsrate: gut 63 Prozent. Als Treiber nennt sie institutionelle Nachfrage über Spot-ETFs und den Trend, Bitcoin in Unternehmensbilanzen aufzunehmen. Dazu kommt das Argument, das Wood seit Jahren wiederholt: Bitcoin frisst Gold-Marktanteile, besonders wenn die jüngere Generation das Erbe der Babyboomer antritt.
Das klingt schlüssig. Oder zumindest kohärent.
Bitcoin/US-Dollar Chart
Und die ETFs? Fließen gerade raus
Nun ist da allerdings ein kleines Problem mit dem Timing. Denn just in der Woche vom 18. bis 22. Mai verzeichneten Spot-Bitcoin-ETFs Nettoabflüsse von 1,26 Milliarden Dollar, laut Datenanbieter SoSoValue. BlackRocks iShares Bitcoin Trust führte die Abflüsse mit gut einer Milliarde Dollar an. Fidelitys Wise Origin Bitcoin Fund folgte mit rund 112 Millionen Dollar.
Institutionelles Interesse sieht anders aus, zumindest in dieser Woche.
Zehn Prozent rauf, 14 Prozent runter
Bitcoin selbst hat in den vergangenen drei Monaten rund zehn Prozent zugelegt. Auf Jahressicht steht allerdings ein Minus von 14 Prozent. Das passt nicht ganz zu einer Erzählung, die Bitcoin als unaufhaltsamen Siegeszug beschreibt.
Ob Wood recht bekommt, ist eine andere Frage. Ihre Prognosen haben eine Eigenschaft, die man ihr lassen muss: Sie sind nie langweilig. Und wenn Bitcoin tatsächlich bei 1,25 Millionen Dollar landet, wird niemand mehr über die ETF-Abflüsse vom Mai 2025 reden.
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