Bitcoin: Banken öffnen die Tür

Symbolbild, KI-generiert

Bitcoin erholt sich nach dem gescheiterten US-Gesetz. Die Deutsche Bank plant einen Verwahrdienst, während langfristige Kursziele steigen.

Auf einen Blick:
  • Bitcoin fängt Rückschlag weitgehend auf
  • US-Senat weist Clarity Act zurück
  • Deutsche Bank plant regulierte Verwahrung
  • Kursziele reichen bis 1,3 Millionen Dollar

Kurz nach 75.000 Dollar hat der Bitcoin seine Schlappe rund um den gescheiterten Clarity Act größtenteils wieder ausgebügelt. Der US-Senat lehnte das Gesetz mit 49 zu 50 Stimmen ab — es sollte klären, welche Kryptowerte als Wertpapiere und welche als Rohstoffe einzustufen sind. Die Enttäuschung drückte den Kurs zeitweise unter die Marke, doch anders als viele kleinere Kryptowährungen fand Bitcoin schnell wieder Boden.

Diese Stabilität lässt sich lesen: Ein Teil der schlechten Nachricht war offenbar bereits eingepreist. Einen neuen Aufwärtstrend bestätigt der Kurs damit aber noch nicht.

Deutsche Bank steigt in die Verwahrung ein

Für frischen Rückenwind könnte stattdessen die traditionelle Finanzwelt sorgen. Die Deutsche Bank plant, noch 2026 einen regulierten Verwahrungsdienst für institutionelle und gewerbliche Kunden in Deutschland zu starten — vorbehaltlich der regulatorischen Freigabe. Vorgesehen sind zunächst Bitcoin, Ether und ausgewählte Stablecoins wie USDC, EURC und EURAU.

Die Bank würde dabei Wallets und Private Keys verwalten und damit Vermögensverwaltern, Hedgefonds und Unternehmen den technischen Einstieg erleichtern. Auf die Geschäftszahlen der Deutschen Bank dürfte das kurzfristig kaum Einfluss haben. Für Bitcoin zählt zunächst der Signalwert — die Frage, ob aus der Verwahrung tatsächlich neue Nachfrage entsteht, bleibt offen.

Millionen-Prognosen häufen sich

Parallel zur institutionellen Annäherung wachsen auch die langfristigen Kursfantasien. Bitwise-CIO Matt Hougan hält eine Rückkehr über 100.000 Dollar noch in diesem Jahr für realistisch und sieht Bitcoin bis 2035 bei 1,3 Millionen Dollar. Cathie Wood und Binance-Mitgründer Changpeng Zhao äußerten sich in ähnliche Richtung.

Hougans Argument stützt sich auf potenzielle Zuflüsse aus Pensionsfonds, Versicherern und Staatsfonds, die zusammen laut seiner Schätzung 100 bis 200 Billionen Dollar verwalten. Schon eine Allokation von einem Prozent könnte erhebliche Summen mobilisieren — genau jene institutionelle Klientel, die nun auch die Deutsche Bank erschließen will.

Kurzfristig bleibt der Blick auf die 75.000-Dollar-Zone entscheidend. Hält Bitcoin diese Marke in den kommenden Tagen, dürfte die Aufmerksamkeit rasch wieder auf die nächste Hürde bei 100.000 Dollar wandern.

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