Bitcoin: Anleihemarkt zieht die Bremse

Symbolbild, KI-generiert

Steigende Renditen und geopolitische Spannungen setzen Bitcoin zu; Bitget nimmt Auszahlungen nach Sicherheitsprüfungen schrittweise wieder auf.

Auf einen Blick:
  • Bitcoin sinkt auf 82.800 Dollar
  • Kurs liegt über 30 Prozent unter Oktoberhoch
  • Fed erhöht Leitzins um 25 Basispunkte
  • Bitget gibt Bitcoin-Auszahlungen schrittweise frei

Fünf Prozent Rendite auf zehnjährige US-Staatsanleihen — diese Marke fehlte seit 2007. Am Montag reicht schon der Blick auf den Anleihemarkt, um zu verstehen, warum Bitcoin wieder unter Druck gerät.

Die Kryptowährung fiel im Vormittagshandel auf 82.800 Dollar, mehr als zwei Prozent tiefer als am Freitag und der tiefste Stand seit einer Woche. Seit dem Rekordhoch von über 126.000 Dollar im Oktober 2025 hat Bitcoin damit mehr als 30 Prozent eingebüßt. Der Rest des Kryptomarkts zog mit: Ethereum verlor rund 2,5 Prozent, Ripple sogar knapp vier Prozent.

Zinsschraube dreht sich weiter

Der Auslöser liegt im Zinsumfeld. Sowohl die US-Notenbank als auch die Bank of Japan haben im September nachgelegt — die Fed mit einer Anhebung um 25 Basispunkte auf 3,75 bis 4,00 Prozent, die erste seit Juli 2023. Die Mehrheit der Offenmarktausschuss-Mitglieder rechnet noch in diesem Jahr mit einem weiteren Schritt. Auch in Japan kletterten die Renditen auf Niveaus, die es seit rund drei Jahrzehnten nicht mehr gab.

Für eine zinslose Anlageklasse wie Bitcoin ist das ein ungünstiges Umfeld. Wirft eine sichere Staatsanleihe fünf Prozent ab, steigen die Opportunitätskosten fürs Halten spekulativer Positionen spürbar. Hinzu kommt: Straffere Geldpolitik entzieht den Märkten genau die Liquidität, von der risikoreiche Assets in lockereren Phasen besonders profitiert haben.

Iran-Konflikt hält Inflationssorgen wach

Der zweite Belastungsfaktor ist geopolitisch. Die festgefahrene Lage um die Straße von Hormus treibt die Energiepreise und damit die Inflationserwartungen nach oben — solange die Notenbanken keinen Grund sehen, ihre Zinspolitik zu lockern, bleibt der Gegenwind bestehen.

US-Präsident Donald Trump lehnte am Wochenende einen iranischen Vorschlag zur Wiedereröffnung der Meerenge ab und schloss weitere Militärschläge nicht aus. Irans Außenminister Abbas Araghchi stellte eine Öffnung zwar in Aussicht, knüpfte sie aber an die Freigabe eingefrorener Vermögenswerte.

Parallel sorgt ein anderes Ereignis für Nervosität in der Branche: Die Krypto-Börse Bitget hatte in der vergangenen Woche einen Hackerangriff erlitten, bei dem Angreifer umgerechnet rund 388 Millionen Dollar erbeuteten — der bislang größte gemeldete Krypto-Diebstahl des Jahres.

Die Börse hat mittlerweile begonnen, Bitcoin-Auszahlungen stufenweise wieder freizugeben, nachdem Sicherheitsprüfungen abgeschlossen wurden. Nutzerguthaben seien laut Unternehmensangaben nicht betroffen gewesen, Verluste sollen vollständig aus einem Schutzfonds gedeckt werden.

Trump rechnet damit, dass die Gespräche mit Teheran in dieser Woche wieder aufgenommen werden. Ob daraus ein tragfähiger Fahrplan für die Straße von Hormus entsteht, dürfte für die Stimmung am Kryptomarkt kaum weniger wichtig sein als die Frage, ob sich die zehnjährige US-Rendite oberhalb der Fünf-Prozent-Marke festsetzt.

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