Bitcoin klettert wieder in Richtung alter Höhen – und stößt fast punktgenau auf eine Wand aus Verkäufern. Am Mittwoch handelte die Kryptowährung über 65.800 Dollar, das höchste Niveau seit mehr als einem Monat. Spot-Bitcoin-ETFs verzeichneten bereits die sechste Handelssitzung in Folge mit Netto-Zuflüssen. Kein Wunder, dass Analysten genauer hinschauen, wo diese Erholung an ihre Grenzen stößt.
Wo die Erholung ins Stocken geraten könnte
Bitfinex-Analysten verorten den nächsten Entscheidungspunkt bei rund 68.000 Dollar. Dort trifft die durchschnittliche Kostenbasis kurzfristiger Halter auf das Eröffnungsniveau des zweiten Quartals – ein Bereich, in dem viele Anleger aktuell unter Wasser sitzen. Historisch neigen genau diese Halter dazu, bei Erreichen ihres Einstiegspreises zu verkaufen, sobald sie wieder bei null stehen.
Die Marktforscher von K33 lesen die aktuelle Bewegung eher saisonal als richtungsweisend. Der Juli gilt traditionell als handelsschwächster Monat, das 30-Tage-Spotvolumen liegt derzeit bei rund 62 Prozent des Jahresdurchschnitts.
Ermutigender ist die Entwicklung der ETF-Flows: Während im Mai an 70 Prozent und im Juni an 90 Prozent der Handelstage Netto-Abflüsse verzeichnet wurden, sank dieser Anteil im Juli auf 33 Prozent.
Unter der Oberfläche zeigt sich dennoch ein geteiltes Bild. BlackRocks IBIT zog zuletzt rund 204 Millionen Dollar an, während Fidelitys FBTC etwa 181 Millionen Dollar verlor. Ohne IBIT hätte der gesamte ETF-Komplex sogar einen Nettoabfluss ausgewiesen – institutionelle Käufer haben demnach aufgehört zu verkaufen, ohne sich bereits voll neu zu positionieren.
Fed-Sitzung und Öl als nächste Prüfsteine
Die US-Notenbank tagt am 28. und 29. Juli, der Markt preist eine Zinserhöhung nur mit geringer Wahrscheinlichkeit ein. Fed-Chef Kevin Warsh hatte dem Kongress zuvor erklärt, das Gremium habe „keine Toleranz für anhaltend erhöhte Inflation“ – ohne sich auf einen Zeitplan festzulegen. Analysten werten Bitcoin zunehmend als Barometer dafür, wie ernst diese Haltung tatsächlich gemeint ist.
Parallel dazu bleibt der Ölmarkt ein Risikofaktor. Der Brent-Preis ist von rund 70 Dollar Anfang Juli auf 91 Dollar gestiegen, während der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus deutlich eingebrochen ist.
Die Realverzinsung zehnjähriger US-Anleihen liegt bei 2,28 Prozent. Ein Anstieg über 2,5 Prozent würde nach Einschätzung von Bitfinex den bisherigen Rückenwind für Bitcoin kippen.
Standard Chartered hält an optimistischem Ziel fest
Standard Chartered bestätigte sein Kursziel von 100.000 Dollar bis Ende 2026 und bezeichnete das aktuelle Niveau als klaren Kaufkurs. Der Fear-and-Greed-Index steht allerdings weiterhin bei 29 Punkten und signalisiert Angst statt Euphorie. Der 200-Tage-Durchschnitt bei rund 74.405 Dollar markiert zudem einen deutlichen Widerstand, der den übergeordneten Trend nach wie vor angespannt erscheinen lässt.
Zwei Termine dürften die kommenden Tage prägen: die Fed-Sitzung am 28. und 29. Juli und das saisonal übliche Volumentief um den 24. Juli. Hält sich Bitcoin dabei über der 65.000-Dollar-Marke, bleibt die Tür zur 68.000-Dollar-Wand offen – rutscht der Kurs darunter, dürfte die Diskussion um Gewinnmitnahmen der Short-Term-Holder schnell wieder aufflammen.
Bitcoin-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Bitcoin-Analyse vom 22. Juli liefert die Antwort:
Die neusten Bitcoin-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Bitcoin-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 22. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
