Bit Digital Aktie: Nscale-Vertrag über 865 Millionen

Bit Digital steigert Umsatz durch KI-Cloud um 15 Prozent, erleidet aber hohen Nettoverlust durch Krypto-Abschreibungen. Aktie steigt um 11 Prozent.

Auf einen Blick:
  • Cloud-Umsatz wächst um 42 Prozent
  • Nettoverlust durch Krypto-Abschreibungen
  • Kredite statt Aktien für Finanzierung
  • WhiteFiber startet Kundenbetrieb in North Carolina

Das auf digitale Vermögenswerte und Künstliche Intelligenz (KI) spezialisierte Technologieunternehmen Bit Digital hat heute seine Finanzergebnisse für das zweite Quartal 2026 vorgelegt.

Während das Unternehmen einen massiven Ausbau seines Cloud-Geschäfts meldete, belasteten hohe Abschreibungen auf Krypto-Bestände das Nettoergebnis erheblich. Die Aktie reagierte im heutigen Handel positiv auf die operativen Fortschritte und notiert aktuell bei 1,41 Euro, was einem Zuwachs von 11 % entspricht.

Massive Steigerung im KI-Bereich kompensiert rückläufiges Mining

Im zweiten Quartal 2026 konnte Bit Digital den Gesamtumsatz im Vergleich zum Vorquartal um 15 % auf 32,1 Millionen US-Dollar steigern. Haupttreiber dieser Entwicklung war das Segment Bit Digital Cloud, dessen Umsatz um 42 % auf 23,8 Millionen US-Dollar anstieg. Damit entwickelt sich die Bereitstellung von Rechenkapazität für KI-Anwendungen und High-Performance-Computing (HPC) immer deutlicher zum neuen Kernstandbein des Unternehmens.

Im Gegensatz dazu spielt das klassische Bitcoin-Mining eine untergeordnete Rolle im Portfolio. Im Berichtsquartal wurden lediglich 32,3 Bitcoin (BTC) produziert, was einem Umsatz von 2,4 Millionen US-Dollar entspricht.

Weitere Einnahmen generierte das Unternehmen durch Colocation-Dienstleistungen in Höhe von 4,7 Millionen US-Dollar sowie durch das Staking von Ethereum (ETH), das 0,9 Millionen US-Dollar zum Ergebnis beisteuerte.

Trotz des operativen Wachstums in der Cloud-Sparte wies Bit Digital einen Nettoverlust von 107,2 Millionen US-Dollar beziehungsweise 0,31 US-Dollar je Aktie aus. Dieser resultiert maßgeblich aus einer nicht zahlungswirksamen Abschreibung in Höhe von 46,0 Millionen US-Dollar auf liquide gestakte Ethereum-Bestände (LsETH).

Finanzierungsstrategie ohne Verwässerung der Aktionäre

Ein wesentlicher Aspekt der aktuellen Berichterstattung ist die Strategie zur Kapitalsicherung. Bit Digital hält einen Bestand von insgesamt 164.310,5 ETH, was bei einem unterstellten Marktwert von etwa 1.569 US-Dollar pro Token eine bedeutende Reserve darstellt. Um das Wachstum im Bereich KI und Infrastruktur zu finanzieren, setzt das Management verstärkt auf besicherte Kredite statt auf die Ausgabe neuer Aktien.

Wie Medienberichte am Donnerstag bestätigten, nutzt das Unternehmen einen Kredit in Höhe von 50 Millionen US-Dollar, der durch einen Teil der ETH-Bestände besichert ist. Zudem wurde eine Kreditfazilität von bis zu 150 Millionen US-Dollar für die Tochtergesellschaft WhiteFiber eingerichtet.

Durch diesen Ansatz vermeidet das Unternehmen eine Verwässerung der bestehenden Aktionärsanteile, während gleichzeitig das notwendige Kapital für den Ausbau der Rechenzentren bereitgestellt wird.

Fortschritte bei der Infrastruktur-Tochter WhiteFiber

Die Tochtergesellschaft WhiteFiber meldete unterdessen operative Meilensteine für das NC-1-Rechenzentrum in Madison, North Carolina. Die Anlage verfügt über eine IT-Lastkapazität von 40 Megawatt (MW) und hat den Kundenbetrieb bereits aufgenommen. Erste Abrechnungen sind bereits angelaufen, wobei die volle Umsatzwirksamkeit für die gesamte Kapazität bis Ende August erwartet wird.

Das Projekt ist durch einen langfristigen 10-Jahres-Vertrag mit dem Unternehmen Nscale abgesichert, der ein geschätztes Volumen von 865 Millionen US-Dollar umfasst. Insgesamt beziffert das Unternehmen seine verbleibenden Leistungsverpflichtungen zum Stichtag 30. Juni auf über 932 Millionen US-Dollar.

Mit der heutigen Kurssteigerung liegt der Wert des Unternehmens nun rund 34 % über seinem 52-Wochen-Tief, was das wachsende Vertrauen der Anleger in die Transformation hin zum KI-Infrastrukturanbieter unterstreicht.

Parallel dazu laufen bereits Verhandlungen über eine Erweiterung der Kapazitäten auf bis zu 300 MW, um der steigenden Nachfrage nach spezialisierten GPU-Infrastrukturen gerecht zu werden.

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