BioNTech und Moderna-Aktie: Das war nichts im Vergleich!

Die Aktie des Mainzer Impfstoffherstellers BioNTech legte am MIttwoch um rund ein Viertel zu. Hintergrund war ein Erfolg des US-Wettbewerbers Moderna, der richtig abhob.

Auf einen Blick:
  • Die BioNTech-Aktie kletterte am Mittwoch wie aus dem Nichts um rund 25 Prozent
  • Der Run auf die Papiere hatte allerdings mit dem Erfolg eines Konkurrenten zu tun
  • Moderna meldete positive Studienergebnisse eines mRNA-Impfstoffes gegen Hautkrebs
  • Die Papiere des US-Konzerns schossen in der Folge um 150 Prozent nach oben

Liebe Leserin. lieber Leser,

was für ein Kurssprung, könnte man meinen, wenn man die Entwicklung der Aktie von BioNTech am Mittwoch verfolgt hat. Ein Plus von zeitweilig fast 25 Prozent auf bis zu 99,15 Euro legten die Papiere des Mainzer Impfstoff-Herstellers aus Börsenparket. Und doch war das gar nichts im Vergleich zum US-Wettbewerber Moderna. Dessen Aktie schoss um zwischenzeitlich rund 150 Prozent (!) nach oben auf gut 140 Euro. Auch wenn es am Donnerstagmorgen etwas zurückging, das US-Biotech-Unternehmen war der Grund für den Höhenflug einer ganzen Branche.

BioNTech Aktie Chart

Moderna meldet Studienerfolg bei mRNA-Impfstoff

Denn laut Medienberichten meldete Moderna eine erfolgreiche Studie mit Merck & Co zu einem Melanom-Impfstoff. Den Unternehmen zufolge reduziert der personalisierte Krebsimpfstoff Intismeran Autogene, kombiniert mit dem Krebsmedikament Keytruda von Merck, das Wiederauftreten von Melanomen, wie es beim Handelsblatt heißt. Ein Durchbruch? „Die heutigen Ergebnisse stellen einen Meilenstein für die adjuvante Melanomtherapie dar“, wird Georgina Long, Hauptforscherin der Studie und medizinische Direktorin des Melanoma Institute Australia, im Bericht zitiert.

Die Studie erreichte laut einer Mitteilung von Moderna alle angestrebten Endpunkte: Das Medikament verbesserte demnach das rezidivfreie Überleben, also die Zeit ohne Rückfall, und das Überleben ohne Fernmetastasen im Vergleich zum bisher marktführenden Medikament Keytruda, berichtet Börse Online. Untersucht wurden demnach 1.137 Patienten mit vollständig reseziertem Melanom (schwarzer Hautkrebs) im Stadium IIB bis IV. Sie wurden nach dem operativen Entfernen des Tumors im Verhältnis 2:1 randomisiert.

Auch BioNTech forscht an Mittel gegen Krebs

Es sei die „erste und einzige Kombinationsbehandlung, die bei diesen Patienten im adjuvanten Melanom-Setting statistisch signifikante und klinisch relevante Verbesserungen des RFS und DMFS im Vergleich zu KEYTRUDA allein gezeigt hat“, so Moderna in der Mitteilung.

Die Anleger reagierten geradezu euphorisch, hatte JPMorgan die Therapie jüngst doch als das wichtigste Produkt in der Pipeline von Moderna bezeichnet. Warum das auch dem deutschen Wettbewerber auf die (Kurs-)Sprünge half?

  • „Auch BioNTech forscht an mRNA-Impfstoffen gegen Krebs, hat aber bisher noch keine Phase-3-Studie beendet“, so Börse Online
  • Die Anleger nehmen den Erfolg des US-Wettbewerbers aber offensichtlich als gutes Zeichen auch für die Forschungsbemühungen in Mainz

Beide Aktien noch weit unter Corona-Hoch

Was beide Unternehmen an der Börse dennoch eint. Trotz des irren Sprungs vom Mittwoch ist die Moderna-Aktie noch weit entfernt von ihren Höchstständen bei knapp 400 Euro im September 2021, als man erfolgreich einen mRNA-Impfstoff weltweit vertrieben hat – und Milliarden verdiente. Auch BioNTech war zu der Zeit extrem erfolgreich und kurzzeitig bei 318 Euro gehandelt worden, hat seitdem aber noch immer rund 70 Prozent an Wert eingebüßt. Die Analysten jedenfalls wurden von der aktuellen Entwicklung völlig überrascht – zumindest in einem Fall.

  • Das durchschnittliche Kursziel für Moderna liegt laut marketscreener.com bei lediglich 50,84 US-Dollar, umgerechnet 43,59 Euro
  • Für BioNTech allerdings erkennen die Beobachter auch jetzt noch Kurspotential auf im Schnitt wenigstens 104,20 Euro

Jefferies mit hohem BioNTech-Kursziel

Deutlich höher war die Prognose von Akash Tewari vom Analysehaus Jefferies, der die Einstufung für die Mainzer Anfang August auf „Buy“ mit einem Kursziel von 138 US-Dollar (rund 118 Euro) belassen hatte. Der Analyst äußerte damals seine Gedanken zum Ergebnis des zweiten Quartals. Hinsichtlich des Umsatzes und der Verlusthöhe je Aktie habe der Pharmakonzern die Erwartungen verfehlt.

Bemerkenswert: Das langfristige Kurspotenzial bleibe von der Strategie mit innovativen Krebs-Behandlungsansätzen abhängig, so Tewari. Mit Blick auf die zweite Jahreshälfte gefalle ihm „die Aussicht auf drei entscheidende Studiendaten“. Da könnte bei BioNTech also noch was kommen.

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