Ende vergangener Woche freute die BioNTech-Aktie sich noch über hervorragende Impulse aus Übersee. Ein sattes Upgrade der US-Bank Goldman Sachs mitsamt glasklarer Kaufempfehlung sorgte für Rückenwind und zusammen mit der Aussicht auf Durchbrüche bei der Entwicklung von Krebsmedikamenten machte sich schon fast Euphorie breit.
Die neue Woche allerdings beginnt mit einem Dämpfer, dessen Ursprünge sich ebenfalls in die USA verfolgen lassen. Dort pocht US-Präsident Donald Trump schärfer denn je auf seinen Besitzanspruch auf Grönland. Ein Schreiben an Norwegen lässt erkennen, dass sich darin auch sein gekränkter Stolz aufgrund eines nicht erhaltenen Nobelpreises versteckt. Trump ließ mitteilen, dass man nun nicht mehr „ausschließlich an Frieden“ denken müsse.
BioNTech in Sippenhaft
Um seiner Forderung Nachdruck zu verleihen, kündigte Trump Zölle gegen acht europäische Staaten an, die es wagten, sich seinen Gebietsansprüchen in Grönland entgegenzustellen. Was immer auch passieren oder nicht passieren mag: die Unsicherheit nimmt zu und die Märkte rechnen damit, dass europäische Unternehmen in den USA künftig mit mehr Gegenwind zu rechnen haben könne.
Obschon bei BioNTech heute nichts Konkretes passiert ist und die Zolldrohungen das Unternehmen nicht weiter tangieren, ging es mit dem Aktienkurs dennoch um 1,7 Prozent bis auf 92,70 Euro am frühen Nachmittag abwärts. Es will den Anlegern nicht gelingen, über die Angelegenheit einfach hinwegzusehen.
BioNTech Aktie Chart
Ein langer Atem ist gefragt
Auch abseits geopolitischer Querelen ist bei BioNTech noch lange nicht der nächste Durchbruch garantiert. Zwar scheint es bei der Entwicklung neuer Wirkstoffe ansehnliche Fortschritte zu geben. Bis zu einer möglichen Zulassung bleibt aber ein langer Weg, auf dem sich auch noch der eine oder andere Stolperstein befinden könnte. Optimismus bleibt nach wie vor angebracht, allerdings nicht in blindem Vertrauen auf baldige Kurrsprünge.
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