Die wichtigste Woche im Onkologie-Kalender beginnt heute. Beim ASCO Annual Meeting in Chicago präsentiert BioNTech bis zum 2. Juni klinische Daten aus sechs Programmen — darunter Ergebnisse, die den Weg zur ersten US-Krebszulassung ebnen könnten.
Pumitamig: Drei Datensätze, ein klares Muster
Im Mittelpunkt steht pumitamig, ein bispecifischer Immunmodulator. Das Molekül kombiniert PD-L1-Checkpoint-Inhibition mit VEGF-A-Neutralisierung und wird gemeinsam mit Bristol Myers Squibb entwickelt.
Neue Daten aus der Phase-2/3-Studie ROSETTA Lung-02 zeigen ermutigende Antitumoraktivität bei nicht-kleinzelligem Lungenkrebs in der Erstlinientherapie. Das ist der dritte globale Datensatz in Folge mit konsistenten Signalen — nach Ergebnissen bei kleinzelligem Lungenkrebs und triple-negativem Brustkrebs. Die Daten sollen die laufende Phase-3-Vergleichsstudie gegen Pembrolizumab plus Chemotherapie steuern.
Trastuzumab Pamirtecan: BLA-Einreichung in Sicht
Das größere regulatorische Ereignis könnte noch in diesem Jahr folgen. BioNTech und Partner DualityBio planen, noch 2026 einen Biologics License Application beim FDA für Trastuzumab Pamirtecan einzureichen — vorbehaltlich regulatorischer Rückmeldungen.
Das ADC hält bereits Fast-Track- und Breakthrough-Therapy-Designations für rezidivierenden Endometriumkrebs. In einer Phase-2-Studie bei HER2-exprimierenden Patientinnen mit umfangreicher Vorbehandlung erreichte das Mittel eine bestätigte objektive Ansprechrate von 47,9 Prozent über alle HER2-Expressionsniveaus. Bei Patientinnen mit HER2 IHC 3+, der höchsten Expressionsgruppe, überstieg die Ansprechrate 70 Prozent. Das mediane progressionsfreie Überleben lag bei 8,1 Monaten.
Eine erfolgreiche Einreichung wäre BioNTechs erste Onkologie-Zulassung in den USA.
Finanzielle Lage: Transformation kostet
Das ASCO-Spektakel findet vor einem klaren finanziellen Hintergrund statt. Im ersten Quartal 2026 sank der Umsatz auf 138 Millionen Euro, bedingt durch rückläufige Covid-19-Impfstoffverkäufe. Der Nettoverlust weitete sich auf 622 Millionen Euro aus. Die F&E-Ausgaben kletterten auf rund 652 Millionen Euro — der Löwenanteil fließt in pumitamig und gotistobart.
Für das Gesamtjahr hält BioNTech an einer Umsatzprognose von 2,3 bis 2,6 Milliarden Euro fest. Die Liquiditätsbasis ist mit 19,6 Milliarden Euro zum 31. März komfortabel. Ein Aktienrückkaufprogramm von bis zu einer Milliarde Euro über zwölf Monate läuft.
Die Aktie notiert aktuell rund 21 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 101,90 Euro und liegt knapp unterhalb ihres 50-Tage-Durchschnitts. Für das laufende Jahr plant BioNTech sechs weitere Phase-3-Starts und erwartet sieben spätklinische Datenauslesungen — die ASCO-Woche ist erst der Anfang davon.
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