BioNTech steht vor einer historischen Zäsur. Bis Ende Juni will der Mainzer Konzern seine Grundlagenforschung abspalten. Die Gründer Ugur Sahin und Özlem Türeci verlassen den Vorstand. Sie übernehmen die Führung der neuen mRNA-Firma.
Fokus auf die Onkologie
Der sogenannte Gründer-Deal trennt die frühe Plattform-Innovation von der späten Vermarktung. BioNTech überträgt bestimmte mRNA-Rechte an das neue Unternehmen. Im Gegenzug behält der Konzern eine Minderheitsbeteiligung und sichert sich künftige Meilensteinzahlungen. Das Ziel: Der Mutterkonzern konzentriert sich voll auf seine Onkologie-Pipeline. Das Management plant bis Jahresende 15 laufende Phase-3-Studien.
Konkurrent greift nach Fabriken
Parallel dazu strafft BioNTech seine Produktion. Das Unternehmen braucht Kapital für die teure Krebsforschung. Diese Umstrukturierung ruft prompt die Konkurrenz auf den Plan. Moderna hat bereits Interesse an mehreren deutschen Produktionsstätten signalisiert. Der US-Rivale sieht darin eine günstige Alternative zu teuren Neubauten.
Milliardenpolster trifft auf Kursschwäche
Finanziell steht das Unternehmen auf einem massiven Fundament. Im Mai wies die Bilanz Barreserven von rund 16,8 Milliarden Euro aus. Ein milliardenschweres Aktienrückkaufprogramm stützt den Kurs zusätzlich.
Dennoch zeigt die Aktie aktuell technische Schwäche. Am Dienstag schloss das Papier bei 79,70 Euro. Damit rutschte der Kurs unter die wichtige 38-Tage-Linie. Auf Jahressicht steht ein leichtes Minus von über drei Prozent auf der Kurstafel.
Die kommenden Tage bringen nun die Entscheidung. Bis zum 30. Juni muss die finale Unterschrift unter dem Gründer-Vertrag stehen. Dieser Schritt klärt die künftige Vermögensaufteilung und die exakte Führungsstruktur des verbleibenden Konzerns.
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