Liebe Leserin, lieber Leser,
die Aktie von BioNTech war fulminant in die neue Börsenwoche gestartet. Ausgehend von 83,80 Euro zum Xetra-Handelsschluss am Freitag, schoben sich die Papiere des Mainzer Impfstoffherstellers um gut sieben Prozent bis auf 89,75 Euro. Es war die Reaktion der Märkte auf vielversprechende Studienergebnisse bei der Behandlung von Lungenkrebs. Doch mittlerweile ist die BioNTech-Aktie wieder deutlich zurückgefallen. Eine Neueinschätzung durch eine deutsche Privatbank blieb ohne jeden Effekt, dabei kann sich das Kursziel durchaus sehen lassen.
Berenberg hebt BioNTech-Kursziel an
Es war die Privatbank Berenberg, die ihre Prognose für die Papiere von BioNTech von 132 auf 140 US-Dollar angehoben und die Einstufung auf „Buy“ belassen hatte. Mit umgerechnet 121,33 Euro sieht Analyst Harry Gillis damit weiteres Kurspotenzial bei der Aktie von aktuell rund 45 Prozent. Er honoriere damit starke Ergebnisse in Lungenkrebs-Studien, wie er laut finanzen.net am Dienstag schrieb. Pumitamig und Elfetabart sähen gegen kleinzellige Lungenkarzinome in Kombination sehr gut aus.
- Dass die Anleger auf diese Kurszielerhöhung nicht positiv reagierten, könnte an der Verspätung des Analysten liegen
- Dieser bezog sich auf eine BioNTech-Nachricht von Ende August, die Neuigkeit vom Montag hatte er hingegen nicht erwähnt
BioNTech mit positiven Studienergebnissen
Denn an jenem Tag gaben BioNTech und OncoC4 die ersten Daten zum medianen Gesamtüberleben (overall survival, „OS“) aus dem nicht-zulassungsrelevanten ersten Teil der globalen, randomisierten, klinischen Phase-3-Studie PRESERVE-003 mit Gotistobart (auch bekannt als BNT316 oder ONC-392) bekannt.
Die Studie untersucht demnach Gotistobart bei Patientinnen und Patienten mit einem Plattenepithelkarzinom der Lunge, deren Erkrankung nach einer vorangegangenen Immuntherapie und Chemotherapie fortgeschritten war. Offenbar mit Erfolg.
Überlebenschance „nahezu verdoppelt“
„Die Daten zeigten, dass eine Behandlung mit Gotistobart zu einer statistisch signifikaten und klinisch bedeutsamen Verbesserungen beim Gesamtüberleben führte“, hieß es in der Mitteilung. Im Vergleich zur Standardchemotherapie wurde laut BioNTech das Gesamtüberleben in dieser Patientenpopulation „nahezu verdoppelt“. Die Daten wurden auf der World Conference on Lung Cancer 2026 der International Association for the Study of Lung Cancer („IASLC“) präsentiert.
„Diese Daten unterstreichen das Potenzial von Gotistobart, neue Maßstäbe bei der Behandlung von Patientinnen und Patienten mit schwer zu behandelndem Plattenepithelkarzinom der Lunge zu setzen, deren Erkrankung nach einer initialen Therapie fortgeschritten ist und für die nur begrenzte Behandlungsoptionen zur Verfügung stehen“, kommentierte Özlem Türeci, Mitgründerin und Chief Medical Officer von BioNTech, den Studienerfolg.
- In der Zweitlinie und in späteren Therapielinien komm es laut Türeci bei neuen Therapieoptionen insbesondere darauf an
- „eine unterdrückte oder erschöpfte Anti-Tumor-Immunantwort zu reaktivieren und erworbene Resistenzen zu überwinden“
Jeffries bestätigte Kaufempfehlung für BioNTech
Das US-Analysehaus Jefferies nahm das Ergebnis zum Anlasse, die Aktie von BioNTech ebenfalls auf „Buy“ zu belassen und das Kursziel von 138 US-Dollar (rund 119,60 Euro) zu bestätigen. BioNTechs Immuntherapie-Wirkstoff Gotistobart habe in einer klinischen Studie zur Bekämpfung einer bestimmten Form von Lungenkrebs gut abgeschnitten, lobte Akash Tewari in seiner ebenfalls am Dienstag vorliegenden Einschätzung.
Die Deutsche Bank hatte bereits Ende August die Einstufung für BioNTech mit einem Kursziel von 140 US-Dollar auf „Buy“ belassen. Analyst Emmanuel Papadakis hatte sich mit den zu Monatsanfang veröffentlichten Quartalszahlen des Impfstoffherstellers befasst – und mit möglichen Rückschlüssen auf BioNTech aus positiven Studiendaten des Konkurrenten Moderna mit derem personalisierten mRNA-Impfstoff gegen Hautkrebs.
BioNTech-Aktie 20 Prozent unter Höchststand
Das durchschnittliche BioNTech-Kursziel aus sechs Analysen unterschiedlicher Häuser liegt laut finanzen.net aktuell bei 128,00 US-Dollar (rund 111 Euro). Dennoch hat die Aktie innerhalb eines Jahres keinerlei Fortschritte gemacht. Seit ihrem Höchsttand, ausgebildet im Januar bei einem Kurs von 105,70 Euro, hat sie sogar rund 20 Prozent abgegeben.
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