Das war dann doch mehr als ein normaler Abgang. Ugur Sahin und Özlem Türeci, die Gründer von BioNTech und während der Corona-Pandemie zu Gesichtern der deutschen Biotechbranche geworden, verlassen das Unternehmen. Und sie nehmen einiges mit.
Nicht nur die Köpfe gehen
Nach Informationen des Handelsblatts überträgt BioNTech den Großteil seiner Frühforschung an das neue Unternehmen der sich verabschiedenden Gründer. Konkret geht es um die Forschung zu RiboMAB (eine Klasse von mRNA-codierten Antikörpern für die Tumorzerstörung) und die CAR-T-Zelltherapien. Dabei sollen auch rund 300 Beschäftigte folgen. Kein kleiner Personalschwund, sondern ein struktureller Einschnitt.
Die Bewertung der zu übertragenden Patente steht dabei noch aus. Das ist der Teil, den man im Auge behalten sollte, denn dort steckt der eigentliche Streitwert dieser Transaktion.
Was bleibt übrig?
BioNTech selbst setzt künftig weiter auf mRNA und treibt das Krebsforschungsprojekt iNEST voran. Das klingt nach Kontinuität, ist aber im Kern eine Neuausrichtung. Die Frühforschung, also das, was in fünf oder zehn Jahren die Pipeline füllen soll, wandert zur Konkurrenz, die zufällig von den eigenen Gründern geführt wird.
Die Aktie hat seit Jahresbeginn gut neun Prozent verloren. Ob diese Nachricht die Stimmung dreht, darf bezweifelt werden.
Offene Fragen
Was die Patentbewertung ergibt, wie die Kapitalstruktur der neuen Firma aussieht und ob BioNTech für die übertragenen Vermögenswerte fair entschädigt wird, das alles bleibt vorerst offen. Details nannte das Unternehmen nicht. Für Aktionäre ist das der unbefriedigendste Teil der ganzen Geschichte: Man weiß, was geht, aber noch nicht, was es kostet.
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