Ein Quartalsgewinn, der Erwartungen übertrifft, und gleichzeitig ein Führungswechsel, der das Unternehmen prägen wird: BioNTech legt Zahlen vor, während der Abschied von Ugur Sahin und Özlem Türeci näher rückt. Im vorbörslichen US-Handel zeichnete sich ein Plus von 2,4 Prozent ab.
Gewinn dank Pharmapartner und Kostenbasis
Im dritten Quartal erzielte BioNTech einen Nettogewinn von 184,5 Millionen Euro, nach einem Verlust im Vorjahresquartal. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 1,76 Euro, erwartet worden waren 0,78 Euro. Auch der Umsatz von 1,29 Milliarden Euro übertraf die Konsensschätzung von 1,05 Milliarden Euro.
Im Jahresvergleich bleibt allerdings ein Rückgang. Die Erlöse lagen damals bei 1,52 Milliarden Euro, getragen auch von Zahlungen des Partners Bristol Myers Squibb für den Wirkstoffkandidaten Pumitamig. Hinzu kommt die schwindende Nachfrage nach Covid-19-Impfstoffen.
Über die ersten neun Monate summiert sich ein Verlust von 1,17 Milliarden Euro, nach 831,1 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Der bereinigte Nettogewinn des Quartals fiel auf 440,9 Millionen Euro, im Vorjahr waren es 752,5 Millionen. Ein Grund: höhere Forschungsausgaben für späte Studien in der Immunonkologie und bei Antikörper-Wirkstoff-Konjugaten.
Die Prognose steigt dennoch. Für 2026 erwartet BioNTech nun Erlöse von 1,7 bis 1,9 Milliarden Euro, zuvor waren es 1,6 bis 1,9 Milliarden. Die liquiden Mittel beliefen sich Ende September auf 16,2 Milliarden Euro.
Sparkurs und Pipeline
Der Konzern spart an anderer Stelle. Die Standorte Tübingen, Marburg und Idar-Oberstein sollen bis Ende 2028 schließen, rund 1.800 Beschäftigte sind betroffen.
Gleichzeitig treibt BioNTech die Onkologie voran: Daten zu Gotistobart zeigten bei vorbehandeltem Lungenkrebs ein nahezu verdoppeltes medianes Gesamtüberleben gegenüber Chemotherapie. Zudem läuft die erste globale Phase-3-Studie zu Pumitamig mit Sacituzumab Govitecan bei dreifach-negativem Brustkrebs.
Offene Frage rund um Arife
Sahin und Türeci verlassen BioNTech spätestens zum Jahresende und wechseln zu Arife, einem neuen Unternehmen mit Sitz in Mainz. Zuletzt hieß es, Rechte und mRNA-Technologien von BioNTech könnten dort eingebracht werden. Im Gegenzug erhielte BioNTech eine Minderheitsbeteiligung und Lizenzgebühren.
Ob es dazu kommt, ist offen. BioNTech betont, die Gespräche liefen, eine bindende Vereinbarung sei aber für beide Seiten optional. Bis Jahresende muss sich klären, ob Arife mit Technologie aus Mainz startet oder ohne.
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