BioNTech steht vor den wichtigsten Monaten seit der Pandemie. Der Mainzer Konzern baut massiv um. Die Aktie spiegelt diese Übergangsphase wider. Am Freitag schloss das Papier bei 78,10 Euro. Damit notiert der Titel gut 26 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch.
Der erste Zulassungsantrag in den USA
Das wichtigste Ereignis des Jahres rückt näher. BioNTech plant für 2026 einen Zulassungsantrag bei der US-Gesundheitsbehörde FDA. Gemeinsam mit dem Partner DualityBio will das Unternehmen das Krebsmittel BNT323 auf den Markt bringen. Es richtet sich gegen fortgeschrittenen Gebärmutterkörperkrebs.
Die bisherigen Studiendaten überzeugen. In der Phase-2-Studie sprachen knapp 48 Prozent der Patientinnen auf die Therapie an. Bei Tumoren mit hoher HER2-Ausprägung kletterte dieser Wert sogar auf 73 Prozent. Das Mittel wirkt auch bei Patientinnen, die bereits andere Immuntherapien erhalten haben.
Ein weiterer Meilenstein folgt im vierten Quartal. Dann enden die primären Untersuchungen der Phase-3-Studie für den Kandidaten BNT113. Dieser mRNA-Impfstoff zielt auf spezielle Kopf-Hals-Tumore ab. Die FDA hat dem Programm bereits den Fast-Track-Status verliehen.
Kahlschlag in der Produktion
Während die Forschung voranschreitet, schrumpft die Produktion. BioNTech schließt bis Ende nächsten Jahres mehrere Werke. Etwa 1.860 Stellen fallen weg. Das Werk in Singapur stellt den Betrieb im ersten Quartal 2027 ein.
Auch deutsche Standorte sind betroffen. Die Anlagen in Idar-Oberstein, Marburg und Tübingen schließen ebenfalls. Das Ziel: ab 2029 jährlich rund 500 Millionen Euro einsparen. Der Vorstand prüft auch den Verkauf kompletter Fabriken.
Analysten blicken auf die Pipeline
Der Konzern muss die Kosten senken. Im Auftaktquartal brach der Umsatz auf 118 Millionen Euro ein. Die lukrativen Einnahmen aus dem Corona-Impfstoff schwinden weiter. Für das Gesamtjahr peilt das Management Einnahmen von bis zu 2,3 Milliarden Euro an.
Experten bewerten den Umbau überwiegend positiv. Die Schweizer Großbank UBS hob ihr Kursziel kürzlich auf 135 US-Dollar an und rät zum Kauf. Die Analysten loben die Fortschritte in der späten klinischen Entwicklung. Das Analysehaus Bernstein startete die Bewertung hingegen neutral mit einem Ziel von 96 Dollar.
Im zweiten Halbjahr muss BioNTech nun liefern. Die anstehenden Studiendaten zu BNT113 im vierten Quartal werden die Richtung vorgeben. Fallen die Ergebnisse positiv aus, rückt die erste kommerzielle Krebszulassung in greifbare Nähe.
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