Ugur Sahin hat einen Nachfolger. Guido Oelkers, bislang Vorstandschef des schwedischen Biopharma-Unternehmens Sobi, übernimmt spätestens zum 1. Februar 2027 den Vorstandsvorsitz bei BioNTech. Damit endet eine Personalie, die seit der Ankündigung von Sahins Rückzug die Anleger beschäftigt hat.
Oelkers bringt mehr als drei Jahrzehnte Pharma-Erfahrung mit, unter anderem aus seiner Zeit bei der Hoechst AG in den 1990er-Jahren. Bei Sobi stand er seit 2017 an der Spitze. Sahin lobte insbesondere dessen Erfahrung in der Kommerzialisierung neuer Produkte auf dem US-Markt — ein Feld, das für BioNTech an Bedeutung gewinnt, seit das Unternehmen von der reinen Impfstoffentwicklung in Richtung Onkologie strebt. Bis 2030 will Mainz mehrere Zulassungen für Krebsmedikamente erreichen.
Umbau läuft parallel zum Führungswechsel
Der Chefwechsel fällt in eine Phase, in der BioNTech sein Produktionsnetzwerk verkleinert. Im Mai kündigte das Unternehmen an, Werke in Idar-Oberstein, Marburg und Singapur sowie Standorte des übernommenen Konkurrenten CureVac zu schließen. Bis zu 1.860 Stellen könnten davon betroffen sein — eine direkte Folge der roten Zahlen, in die BioNTech nach den Milliardengewinnen aus der Corona-Pandemie gerutscht ist.
Sahin selbst kündigte an, seinen Einstieg von Oelkers aktiv zu begleiten, um einen reibungslosen Übergang zu sichern. Er und seine Frau Özlem Türeci wollen das Unternehmen spätestens Ende 2026 verlassen, um sich einer neuen mRNA-Firma zu widmen — bleiben aber als Anteilseigner an Bord. Die Suche nach einer Nachfolge für Türeci im Vorstand läuft nach Unternehmensangaben planmäßig.
An der Nasdaq reagierte die Aktie verhalten: Sie notierte zuletzt leicht im Minus bei rund 90 US-Dollar. Die Personalie allein reicht offenbar nicht, um größere Kursbewegungen auszulösen — der Blick der Anleger dürfte sich nun auf den konkreten Fahrplan des künftigen Chefs für die Krebspipeline richten.
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