Nach dem Studienrückschlag bei BNT113 lenkt BioNTech den Blick auf andere Teile der Pipeline. Auf dem Krebskongress ESMO in Madrid will das Unternehmen vom 23. bis 27. Oktober neue Daten vorlegen. Im Zentrum steht Pumitamig, ein bispezifischer Antikörper gegen PD-L1 und VEGF-A.
Pumitamig im Mittelpunkt
Pumitamig entwickelt BioNTech gemeinsam mit Bristol Myers Squibb. Als Late-Breaking-Präsentation sollen erste Daten der Phase-2-Studie ROSETTA Lung-107 vorgestellt werden. Sie untersucht den Wirkstoff zusammen mit Docetaxel bei metastasiertem nicht-kleinzelligem Lungenkrebs, dessen Erkrankung nach einer Immun-Chemotherapie fortgeschritten ist. Der Vortrag ist für den 25. Oktober angesetzt.
Es wäre der dritte globale Phase-2-Datensatz des Wirkstoffs bei Lungenkrebs. Das Unternehmen will Pumitamig als mögliches Rückgrat künftiger Kombinationstherapien etablieren.
Weitere Daten betreffen Patienten mit Hirnmetastasen bei kleinzelligem Lungenkrebs und dreifach negativem Brustkrebs. Die systemische Wirksamkeit fiel laut Unternehmen bei Patienten mit und ohne Hirnmetastasen insgesamt vergleichbar aus. Das deute auf eine Wirkung im Gehirn hin, heißt es, dabei handelt es sich um frühe Daten. Hinzu kommt eine chinesische Phase-2-Studie bei neuroendokrinen Neoplasien, die vorläufig ermutigende Antitumor-Aktivität und ein beherrschbares Sicherheitsprofil gezeigt haben soll.
Kombination mit Antikörper-Wirkstoff-Konjugat
Besondere Aufmerksamkeit dürfte die Kombination mit Elfetabart Drozuntecan finden. Das gegen B7-H3 gerichtete Antikörper-Wirkstoff-Konjugat entsteht gemeinsam mit DualityBio. Erste Ergebnisse der globalen Phase-2-Studie bei fortgeschrittenen soliden Tumoren zeigten laut BioNTech vorläufige Antitumor-Aktivität über mehrere Tumorarten hinweg. Die Toxizitäten überschnitten sich kaum.
Chief Medical Officer Özlem Türeci spricht von „Momentum“ für die späte Onkologie-Pipeline. 16 Abstracts über zehn Tumorarten tragen diesen Anspruch. Vorgestellt werden zudem Daten zu Gotistobart beim Melanom, zu einem HER3-Konjugat bei Brustkrebs und mehrere Studiendesigns, darunter eine Phase-3-Studie bei Prostatakrebs. Insgesamt laufen 13 Phase-3-Studien.
Wichtig für die Einordnung: Es handelt sich überwiegend um frühe, vorläufige Daten aus Phase-2-Studien ohne Vergleichsarm. Belastbare Aussagen zur Überlegenheit gegenüber Standardtherapien erlauben sie kaum.
Die Präsentation der Elfetabart-Drozuntecan-Kombination folgt am 24. Oktober am Nachmittag, die ROSETTA-Lung-107-Daten am Morgen des 25. Oktober.
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