Liebe Leserinnen und Leser,
die Aktie von BioNTech hat ihren Ausbruch nach oben in Richtung der Marke von 100 Euro noch einmal kurz abgebrochen. Es ging heute Morgen um 4,48 % abwärts. Die Notierungen sind bei 94,15 Euro gelandet. In den vergangenen Tagen kam es zu einem spektakulären Ausbruch. Die Aktie schien sogar in der Lage, die 100-Euro-Marke zu überwinden. Das wird nicht ohne Weiteres geschehen können.
100 Euro sind das große Ziel für die Aktie aus Mainz
Nun wurde allerdings eine neue Studie bekannt. Jefferies hat noch einmal bestätigt, dass die Aktie 138 Dollar wert sei, jedenfalls was das Kursziel betrifft. Die Einstufung wurde auf „Buy“ belassen. Hintergrund dieser Einstufung ist die erfolgreiche Phase-3-Studie zum Melanom-Impfstoff von Moderna und Merck & Co. Hier sah sich Jefferies zu einer Meldung veranlasst. Die Analysten ziehen keine unmittelbaren Rückschlüsse für BioNTech. Allerdings habe BioNTech weiterhin gute Chancen im Bereich der Krebsimpfstoffe.
Diese Jefferies-Aussage bezeichnet genau den Antreiber der großen Gewinne für BioNTech in den vergangenen Sitzungen. Moderna selbst hatte eine erfolgreiche Melanom-Studie am Markt platziert. Moderna und Merck gehen davon aus, dass der daraus resultierende Impfstoff vielleicht schon im Jahr 2027 auf den Markt kommen könne. Dies hatte die Fantasie bei BioNTech angeregt.
Moderna war hier der Kursantreiber für die BioNTech
BioNTech selbst arbeitet an mRNA-Impfstoffen gegen Krebserkrankungen, unter anderem Melanome. Damit arbeiten die Mainzer auf derselben mRNA-Technologiebasis, die Moderna einsetzt. Insofern hat der Markt hier angenommen, dass auch für BioNTech die Vorzeichen gut stehen.
Die Studie von Moderna zeigte, dass der sogenannte personalisierte Krebsimpfstoff Intismeran autogene zusammen mit einem Krebsmedikament von Merck & Co. das Wiederauftreten von Melanomen reduziere. Das galt in den jeweiligen Beschreibungen und Analysen und teilweise auch unter Beobachtern an den Börsen als ein wichtiger Meilenstein für solche mRNA-basierten Therapien.
Zum ersten Mal überhaupt hatte eine solche mRNA-basierte Krebstherapie die für die Zulassung wichtige Phase-III-Studie erfolgreich abgeschlossen. Dies galt nach den entsprechenden Kommentaren nicht nur als wichtig für das einzelne Medikament, sondern es geht um den, wie es in einer Studie heißt, Machbarkeitsbeweis für die mRNA-Plattform selbst.
Der Markt kann groß werden
Dazu lässt sich ein Analyst zitieren: Gelingt der Ansatz auch bei weiteren Krebserkrankungen, könnte sich der adressierbare Markt erheblich vergrößern. Allerdings verweist genau diese Aussage auch darauf, dass der Weg von der erfolgreichen Studie zu einer marktgängigen Lösung lang wäre. Damit ist bezogen auf diese Einschätzung schon relativ viel gesagt.
Tatsächlich ist die Idee, dass mRNA-Krebsimpfstoffe funktionieren könnten, zumindest nach dieser Studie plausibler geworden. Moderna selbst war am Markt daraufhin massiv gestiegen. Es ging um bis zu 177 % nach oben. BioNTech konnte in diesem Zuge selbst einen Börsenanstieg von 20,1 % für sich verbuchen.
Allerdings bleiben die Marktteilnehmer am Ende dennoch relativ zurückhaltend, denn klar ist: BioNTech selbst hat faktisch eine solche Studie noch nicht in Phase III absolviert. BioNTech hat auch keinen Fahrplan vorgelegt, bei dem klar wäre, wann diese Impfstoffe auf den Markt kämen beziehungsweise wann sie profitabel sein könnten.
Wann kann die BioNTech selbst namhafte Erfolge vorlegen?
Damit bleibt letztlich die Frage, wann es zum wirtschaftlich relevanten Markteintritt kommt und wie hoch die Auswirkungen auf die entsprechenden Quartals- und Jahreszahlen dann auch tatsächlich sein werden.
BioNTech Aktie Chart
Am Ende ist der Markt bei BioNTech durch Moderna deutlich trendstärker und zuversichtlicher geworden, ohne zu einem weiteren Ausbruch zu neigen. In Zahlen: Die 200-Tage-Linie ist inzwischen um 17 % überwunden, die GD100-Indikation um 20,86 %, und auch die kurzfristigen Trendindikationen sind um 20 % überwunden worden.
Das heißt, der Markt hat tatsächlich einen Vorwärtstrend eingelegt. Allerdings scheint der Sprung über die 100-Euro-Marke vergleichsweise schwer zu sein. Dies ist nicht verwunderlich, so zumindest würden es Chartanalysten beschreiben. Eine solche runde Marke ist immer ein großes Statement am Markt.
Die realen wirtschaftlichen Zahlen sind noch rot
Auf der anderen Seite ist auch zu bewerten, dass das Unternehmen sicherlich im laufenden Jahr Verluste produzieren wird. Auch für das nächste Jahr sind die Prognosen noch nicht besonders gut. Bei den jüngsten Quartalszahlen ist deutlich geworden, dass der Umsatz um über 95 % auf ungefähr nur noch 105,6 Millionen Euro gesunken war. Der Nettoverlust weitete sich aus und erreichte einen Wert von 820,8 Millionen Euro. Die Umsatzprognose für das gesamte Geschäftsjahr wurde auf 1,6 bis 1,9 Milliarden Euro abwärts korrigiert.
Hier schlägt durch, dass die Nachfrage nach Covid-19-Impfstoffen sich weltweit abschwächt. Das zeigt, dass die Märkte in der Realität zumindest mit den wirtschaftlich noch schwierigen Fakten rechnen müssen.
Auf der anderen Seite gibt es auch hier noch sehr viel Luft nach oben. Das Unternehmen verfügt über hohe liquide Mittel. Barmittel und Wertpapieranlagen haben derzeit ein Volumen in Höhe von gut 60,6 Milliarden Euro erreicht. Das bedeutet, dass die derzeit noch 14 laufenden klinischen Studien für die mRNA-Krebsimpfstoffforschung, die als zulassungsrelevant gelten, durchgeführt werden können.
Analysten sind sehr zuversichtlich
Insofern bleibt hier die Hoffnung, dass es eines Tages zu einem Studiendurchbruch kommen kann und dass dann auch an den Börsen noch einmal eine entsprechende Reaktion folgt. Analysten sind bei dieser Aktie noch immer der Meinung, dass der Wert deutlich über 100 Euro klettern kann. Dabei ist es in diesen Tagen auch geblieben. Die Aktie wird jetzt daran gemessen!
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