BioNTech Aktie: Drei Werke werden bis 2028 geschlossen

Symbolbild, KI-generiert

Argus Research startet mit „Hold“, während BioNTech drei deutsche Werke schließen will und bis zu 1.860 Stellen betroffen sind.

Auf einen Blick:
  • Argus Research vergibt „Hold“ ohne Kursziel
  • Morgan Stanley reduziert Kursziel auf 114 Dollar
  • Drei deutsche Produktionsstätten sollen schließen
  • Bis zu 1.860 Arbeitsplätze sind betroffen

Am gestrigen Donnerstag hat das Analysehaus Argus Research die Beobachtung von BioNTech mit einer Einstufung auf „Hold“ aufgenommen, ohne dabei ein konkretes Kursziel zu nennen. Die Ersteinschätzung spiegelt die anhaltende Zurückhaltung am Markt wider.

Bereits am Mittwoch bestätigte Terence Flynn von Morgan Stanley seine Einschätzung „Overweight“, senkte das Kursziel jedoch von $115 auf $114. Damit überwiegt bei den Beobachtern vorerst eine abwartende Haltung.

Konflikte rund um den Gründerabschied

Diese Skepsis fällt in eine Phase tiefgreifender Umbrüche und spürbarer Unruhe an der Unternehmensspitze. Medienberichten zufolge schwelt zwischen BioNTech und den Mitgründern Uğur Şahin sowie Özlem Türeci ein offener Streit über die genauen Bedingungen der Trennung.

Im Mittelpunkt der Auseinandersetzung stehen Patentrechte, laufende Projekte und der mögliche Übergang qualifizierter Fachkräfte zur neuen Gesellschaft. Die gemeldeten Spannungen drohen den geplanten Abschied des Führungsduos weiter zu verkomplizieren.

Şahin und Türeci hatten die neue Gesellschaft Arife mit Sitz in Mainz am 1. September gegründet, um die Entwicklung neuartiger mRNA-Medikamente voranzutreiben. Der Rückzug der BioNTech-Gründer belastete den Kurs bereits vor rund zwei Wochen, seither verlor die Aktie 5,5 Prozent.

Werksschließungen und Stellenabbau

Neben den Differenzen im Gründerkreis treibt das Management eine schmerzhafte Bereinigung der eigenen Produktionsstrukturen voran. Nachdem die Suche nach externen Käufern erfolglos geblieben war, gab BioNTech die schrittweise Schließung dreier deutscher Produktionsstätten bekannt. Konkret stehen die Standorte in Tübingen, Marburg und Idar-Oberstein vor dem Aus.

Der Zeitplan sieht vor, die Fertigung in Tübingen bis Ende 2027 aufzugeben. Die Standorte in Marburg und Idar-Oberstein sollen im Jahr 2028 folgen. Von diesen Einschnitten sind bis zu 1.860 Arbeitsplätze betroffen.

Reaktionen am Markt

Die Ankündigung löste in den Werken schwere Erschütterungen aus. Aus den Reihen der Belegschaft formierte sich umgehend Protest gegen den Rückzug aus traditionsreichen Standorten und den damit verbundenen Verlust industrieller Kapazitäten.

Der BioNTech-Betriebsrat kritisierte die Standortschließungen vor gut einer Woche, seither sank der Kurs um 4,2 Prozent. Im heutigen Handel zeigt sich die Notierung stabilisiert: Bei 82,50 Euro verzeichnet das Papier ein Plus von 0,5 Prozent.

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