Liebe Leserin, lieber Leser,
Ende Januar noch war die Aktie von BioNTech obenauf. Zum ersten Mal seit Monaten notierten die Papiere des Mainzer Impfstoff-Entwicklers und –Produzenten bei einem Kurs von mehr als 100 Euro. Es war vor allem einem Erfolg in den USA geschuldet, dass die Anleger wieder Hoffnung schöpften. Danach allerdings fiel die BioNTech-Aktie wieder deutlich zurück, vor einer Woche standen nur noch 88,85 Euro auf dem Kurszettel. Seitdem strebt die Aktie langsam wieder nach oben auf aktuell rund 94 Euro. Wie es mittelfristig weitergeht, wird sich aber wohl in zwei Wochen entscheiden.
BioNTech Aktie Chart
BioNTech legt in zwei Wochen Quartalszahlen vor
Denn wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte, wird BioNTech am Dienstag, 10. März, die Ergebnisse für das vierte Quartal und das Geschäftsjahr 2025 veröffentlichen. Darüber hinaus wird das Unternehmen am selben Tag um 13:00 Uhr MEZ eine Telefonkonferenz samt Webcast für Investoren, Finanzanalysten sowie die allgemeine Öffentlichkeit durchführen, „um die Finanzergebnisse sowie ein Unternehmensupdate zu präsentieren“, wie es heißt.
Dieses wird von Aktionären mit Spannung erwartet. Die Analysten sind insgesamt durchaus positiv gestimmt, wie sich an den Prognosen ablesen lässt, die derzeit bei finanzen.net gelistet sind. Eine Auswahl:
- Berenberg Bank: 155,00 US-Dollar, +39,78%
- Jefferies: 151,00 US-Dollar, +36,18%
- UBS: 117,00 US-Dollar, +5,51%
- Deutsche Bank: 140,00 US-Dollar, +26,26%
Berenberg bestätigte hohes BioNTech-Kursziel
Zuletzt hatte die Privatbank Berenberg ihre Einstufung für BioNTech auf „Buy“ mit einem Kursziel von 155 US-Dollar belassen, umgerechnet 131,33 Euro. 2025 sei „ein weiteres durchwachsenes Jahr für den Medizintechnik-/Life-Sciences-Sektor gewesen“, resümierte das Team um Analyst Sam England in einer Branchenstudie. Dabei hätten US-Politikentscheidungen, anhaltende Wachstumseinbußen des chinesischen Marktes und die allgemeine Konjunkturschwäche die Kurse belastet, hieß es. Diese Probleme dürften im laufenden Jahr fortbestehen.
- Allerdings: In einigen Bereichen, insbesondere im Life-Sciences-Sektor, seien erste Anzeichen einer Erholung zu sehen, so die Berneberg-Analysten
- Zudem befänden sich die Bewertungen vieler Sektorunternehmen auf mehrjährigen Tiefständen, was mittelfristig deutliche Aufwärtschancen eröffne
Wirkstoff BNT113 mit „Fast Track“-Status
In der Tat gab es am 23. Januar gute Nachrichten aus den USA: Die US-Gesundheitsbehörde FDA hatte dem neuen Wirkstoff BNT113 von BioNTech, der gegen bestimmte Krebsarten immunisieren soll, den „Fast Track“-Status zuerkannt. „Das bedeutet, dass die bisherigen Studienergebnisse der Mainzer für so ermutigend gehalten werden, dass die U.S. Food and Drug Administration die Zulassung für den Immunimpfstoff erleichtern will“, hieß es auf Börse Online.
Die Freigabe bezieht sich demnach auf die zweithäufigste Form von Hautkrebs, oder, wie es die FDA ausdrücke, „der Erstlinienbehandlung von Patienten mit inoperablen rezidivierenden oder metastasierten Plattenepithelkarzinomen des Kopf- und Halsbereichs“. Die Entscheidung der FDA basiere auf vorläufigen Daten zur Sicherheit und Wirksamkeit von BNT113 aus der laufenden, zulassungsrelevanten klinischen Phase-2/3-Studie, ließ BioNTech wissen. Derweil kämpft das Mainzer Unternehmen nicht nur gegen Krebs – sondern auch gegen eine angebliche Patentverletzung eines Wettbewerbers.
BioNTech verklagt Moderna auf Patenrechtsverletzung
BioNTech habe den US-Konkurrenten Moderna verklagt, meldete das Manager Magazin vor dem Wochenende. In der bei einem Bundesgericht im US-Bundesstaat Delaware eingereichten Klage werfe das Unternehmen dem US-Konzern vor, mit seinem neuen Coronaimpfstoff „mNEXSPIKE“ Patente zu verletzen. Diese stünden im Zusammenhang mit dem Konkurrenzprodukt Comirnaty von BioNTech und dessen US-Partner Pfizer.
Der Rechtsstreit ist dem Bericht zufolge Teil einer größeren Auseinandersetzung in der Branche. 2022 hatte Moderna seinerseits BioNTech und Pfizer wegen angeblicher Patentverletzungen durch Comirnaty verklagt. Wie die Sache ausgehen wird, ist ungewiss, das Verfahren läuft noch.
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