Ein klinischer Rückschlag hat die Aktien von BioNTech am Dienstag spürbar unter Druck gesetzt. Das Mainzer Biotech-Unternehmen gab heute bekannt, dass die Phase-2/3-Studie AHEAD-MERIT mit dem Krebsimmuntherapie-Kandidaten BNT113 in Kombination mit Pembrolizumab einen ihrer beiden primären Endpunkte verfehlt hat.
Gegenüber einer alleinigen Behandlung mit Pembrolizumab zeigte sich bei der Erstlinienbehandlung von HPV16-positivem Kopf-Hals-Krebs keine signifikante Verbesserung des progressionsfreien Überlebens. Am Markt sorgte das Verfehlen dieser Wegmarke für deutliche Kursverluste: Die im deutschen Handel notierte BioNTech-Aktie verlor heute 7,7 Prozent und fiel auf 79,25 Euro zurück.
Fokus richtet sich auf Gesamtüberleben
Trotz des verpassten Endpunkts beim progressionsfreien Überleben ist die klinische Untersuchung für BioNTech noch nicht beendet. Das Unternehmen teilte mit, dass die Studie fortgeführt wird, um die Daten zum Gesamtüberleben weiter zu erheben.
Ein statistisch signifikanter Überlebensvorteil könnte nach Unternehmensangaben nach wie vor zu einem insgesamt positiven Ausgang der Studie führen. Anleger reagierten dennoch vorsichtig auf die Zwischenmeldung, da das Ausbleiben eines raschen Erfolgs beim progressionsfreien Überleben die Unsicherheiten im onkologischen Entwicklungsprogramm vergrößert.
Für BioNTech kommt es bei der Weiterentwicklung der unternehmenseigenen Pipeline darauf an, belastbare klinische Wirksamkeitsnachweise abseits der etablierten Impfstoffsparte zu erbringen. BNT113 zielt auf spezifische HPV-bedingte Tumore ab, weshalb die Studienergebnisse von Marktteilnehmern aufmerksam verfolgt werden.
Belastungen aus dem operativen Umfeld
Die Enttäuschung über die klinischen Daten trifft auf ein ohnehin herausforderndes Umfeld für das Mainzer Unternehmen. Vor rund zwei Wochen hatte BioNTech bestätigt, dass nach gescheiterten Verkaufsgesprächen die Produktionsstandorte in Marburg, Idar-Oberstein und Tübingen geschlossen werden sollen.
Von dieser Maßnahme sind rund 1.800 Beschäftigte betroffen. Als Grund für das Scheitern der Transaktionen nannte das Unternehmen ein schwieriges Markt- und Investitionsumfeld.
Die Kombination aus den Einschnitten im Produktionsnetzwerk und dem jüngsten Dämpfer in der Krebsforschung prägt das Sentiment der Investoren. Zwar bietet die laufende Auswertung des Gesamtüberlebens in der AHEAD-MERIT-Studie weiterhin eine Chance für BNT113, doch der verfehlte Zwischenschritt dämpft die kurzfristigen Erwartungen an den Produktkandidaten.
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