BioNTech-Aktie: ASCO wird zum großen Auftritt!

BioNTech präsentiert auf der ASCO vielversprechende Daten zu zwei Krebsmedikamenten. 13 Studien sind zulassungsrelevant.

Auf einen Blick:
  • Neue Daten zu Pumitamig zeigen ermutigende Anti-Tumor-Aktivität bei nicht-kleinzelligem Lungenkrebs
  • Gotistobart liefert klinisch relevante Überlebensdaten bei platinresistentem Eierstockkrebs
  • Sechs Präsentationen auf der ASCO-Jahrestagung vom 29. Mai bis 2. Juni 2026 in Chicago
  • Über 25 laufende Phase-2- und Phase-3-Studien, davon 13 zulassungsrelevant

Wenn BioNTech zur ASCO fährt, schaut die Onkologie-Welt zu. Und in diesem Jahr hat Mainz einiges im Gepäck.

Drei Datensätze, ein Muster

Das Herzstück der Präsentationen ist Pumitamig, der bispezifische Antikörper, den BioNTech gemeinsam mit Bristol Myers Squibb entwickelt. Der Kandidat kombiniert PD-L1-Checkpoint-Inhibition mit der Neutralisierung von VEGF-A, also zwei Angriffspunkte in einem Molekül. Auf der ASCO am 30. Mai werden Daten aus der Phase-2/3-Studie ROSETTA Lung-02 vorgestellt, die Pumitamig als Erstlinienbehandlung bei nicht-kleinzelligem Lungenkrebs untersucht. Die Zwischenanalyse zeigt eine ermutigende Anti-Tumor-Aktivität, quer durch verschiedene Histologien und PD-L1-Expressionslevel.

Was das bedeutet: Es ist bereits der dritte globale Datensatz, der dieses Bild zeichnet. Kleinzelliger Lungenkrebs, dreifach negativer Brustkrebs, jetzt nicht-kleinzelliger Lungenkrebs. Das ist kein Zufall mehr, das ist ein Muster. Der laufende Phase-3-Teil der Studie vergleicht Pumitamig plus Chemotherapie direkt mit Pembrolizumab plus Chemotherapie, also mit dem aktuellen Standard. Das ist die eigentliche Wette.

Gotistobart und der Verzicht auf Chemo

Der zweite Vortrag gehört Gotistobart, dem Anti-CTLA-4-Kandidaten aus der Zusammenarbeit mit OncoC4. Die Phase-2-Studie PRESERVE-004 untersuchte Gotistobart in Kombination mit Pembrolizumab bei stark vorbehandelten Patientinnen mit platinresistentem Eierstockkrebs. Die Ergebnisse: anhaltende Anti-Tumor-Aktivität, klinisch relevante Gesamtüberlebensraten, kontrollierbares Sicherheitsprofil. Und das ganz ohne Chemotherapie.

Özlem Türeci, Mitgründerin und Chief Medical Officer, formuliert das Ziel so: „Unser Fokus liegt darauf, unsere wichtigsten strategischen Programme sowohl als Monotherapien als auch in Kombination mit Standardbehandlungen voranzutreiben, um die erste Welle unserer Innovationen im Bereich der Onkologie für Patientinnen und Patienten verfügbar zu machen.“ Das klingt nach Fahrplan, nicht nach Hoffnung.

13 zulassungsrelevante Studien

Neben den zwei Vorträgen zeigt BioNTech vier Poster zu laufenden Studien, darunter ADC-Programme gegen HER3, B7H3 und HER2. Insgesamt laufen mehr als 25 klinische Studien der Phase 2 und Phase 3, 13 davon zulassungsrelevant. Die Aktie hat in den vergangenen 30 Tagen knapp 14 Prozent verloren. Ob die ASCO das dreht, hängt davon ab, was am 30. Mai tatsächlich auf dem Podium steht. Die Abstracts sind schon online, der Markt hat sie wohl noch nicht eingepreist.

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