BioNTech steht vor einem selten dichten Übergang. Die Gründer gehen, der Kurs hängt nahe am Jahrestief, und Ende Mai rückt ein wichtiger Krebstest auf die Bühne. Für den Markt geht es um mehr als eine Personalie.
Gründer gehen, Aufsicht rüstet auf
Am 10. März kündigte BioNTech an, dass Ugur Sahin und Özlem Türeci bis Jahresende ausscheiden. Sahin führt den Konzern als CEO, Türeci ist Chief Medical Officer. Die Folge: Der Kurs rutschte am Tag der Ankündigung um 18 Prozent ab.
Danach wollen beide ein neues Unternehmen für mRNA-Innovationen aufbauen. BioNTech räumt dem Start-up bestimmte Rechte an mRNA-Technologie ein und erhält dafür eine Minderheitsbeteiligung. Laufende Finanzhilfen sind nicht vorgesehen.
Beide Seiten wollen bis Ende Juni eine bindende Vereinbarung schließen. Der Aufsichtsrat sucht bereits Nachfolger für die Spitzenposten.
Auf der Hauptversammlung am 15. Mai stimmten die Aktionäre für einen größeren Aufsichtsrat. Das Gremium wächst von sechs auf acht Sitze. Neu gewählt wurden Prof. Iris Löw-Friedrich und Susanne Schaffert.
Beide bringen Erfahrung in klinischer Entwicklung und Onkologie mit. Der neue Vorsitzende Helmut Jeggle stellte klar, dass Patente, Marken und Plattformen Vermögenswerte der BioNTech-Gruppe sind. Sie gehören nicht persönlich den Mitgründern.
Aktie bleibt unter Druck
Der Markt reagiert weiter vorsichtig. Am Freitag schloss die Aktie bei 76,95 Euro. Auf Monatssicht liegt sie 11,55 Prozent im Minus und nur 6,14 Prozent über dem Jahrestief.
Auch der Abstand zur 200-Tage-Linie von 86,94 Euro fällt mit 11,49 Prozent deutlich aus. Die 50-Tage-Linie liegt bei 81,70 Euro. Das unterstreicht den schwachen Trend.
Die Analysten bleiben weniger düster. Von 19 Experten sehen 15 die Aktie bei „Strong Buy“. Vier bleiben bei „Hold“.
Die Kursziele reichen von 94 bis 171 Dollar. Berenberg-Analyst Harry Gillis senkte sein Ziel von 155 auf 140 Dollar, hält aber am Kaufvotum fest. Er bezeichnete die Aktie als „deutlich“ unterbewertet.
ASCO liefert den nächsten Test
Ende Mai legt BioNTech auf der ASCO Daten aus Phase 2 der ROSETTA-Lung-02-Studie vor. Im Zentrum steht pumitamig. Die Studie testet den Wirkstoff mit Chemotherapie gegen pembrolizumab plus Chemotherapie in der Erstlinie bei nicht-kleinzelligem Lungenkrebs.
Ein starkes Ergebnis wäre ein externer Beleg für den Schwenk in die Onkologie. Schwache Daten würden Zweifel an der Strategie verstärken. Kein Wunder, dass der Termin Gewicht hat.
Im April kam eine klinische Kooperation mit Boehringer Ingelheim hinzu. Beide Unternehmen prüfen pumitamig bei kleinzelligem Lungenkrebs zusammen mit obrixtamig, einem DLL3/CD3-T-Zell-Engager.
Finanziell hat BioNTech Spielraum. Zum Ende des ersten Quartals lagen die liquiden Mittel bei 16,8 Milliarden Euro. Für 2026 erwartet das Management Umsätze von 2,0 bis 2,3 Milliarden Euro.
Forschung und Entwicklung sollen 2,2 bis 2,5 Milliarden Euro kosten. Die Entwicklungsrechnung dürfte damit erneut über den Verkäufen liegen.
Die am 7. Mai erteilte Ermächtigung für ein Rückkaufprogramm umfasst eine Milliarde Dollar. Sie läuft bis Mai 2027 und erlaubt Käufe von bis zu 4,2 Prozent der ausstehenden Aktien.
Nach ASCO folgt am 4. August der Bericht zum zweiten Quartal. Bis dahin liefern die Lungenkrebsdaten den härtesten Test für BioNTechs Umbau vom Pandemie-Impfstoffkonzern zum Onkologie-Spezialisten.
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