BioNTech steht vor Wochen, die den Umbau zum Krebsmedikamente-Konzern greifbar machen. Im Mittelpunkt stehen neue Daten zu zwei wichtigen Programmen. Der Markt schaut dabei nicht nur auf Wirksamkeit, sondern auch auf Tempo.
Krebsdaten setzen den Takt
Bei BNT323 meldet BioNTech positive Daten aus einer Phase-2-Kohorte bei fortgeschrittenem HER2-positivem Endometriumkarzinom. In der Gruppe mit 145 Patientinnen lag die bestätigte objektive Ansprechrate bei 47,9 Prozent. Das mediane progressionsfreie Überleben erreichte 8,1 Monate.
Wichtig ist hier die Breite der Wirkung. Das Mittel zeigte Aktivität über verschiedene HER2-Ausprägungen hinweg. Die Sicherheit beschrieb das Unternehmen als handhabbar.
In der Untergruppe mit besonders hoher HER2-Ausprägung lag die Ansprechrate bei mehr als 70 Prozent. Die mediane Dauer des Ansprechens betrug 10,3 Monate. Das stützt den Plan, den Wirkstoff in Richtung Zulassung zu schieben.
BioNTech und DualityBio planen 2026 einen Zulassungsantrag bei der FDA, abhängig von Rückmeldungen der Behörde. Der Wirkstoff hatte bereits 2023 Fast-Track- und Breakthrough-Therapy-Status erhalten. Eine bestätigende globale Phase-3-Studie läuft bereits.
Der direkte Vergleich im Markt ist Enhertu. Dieses Mittel erhielt im April 2024 eine beschleunigte FDA-Zulassung für Tumoren mit sehr hoher HER2-Ausprägung. BNT323 zeigte dagegen auch bei niedrigerer und mittlerer HER2-Ausprägung Ansprechraten von 33,9 Prozent und 40,4 Prozent.
ASCO wird zum Stresstest
Der zweite Kurstreiber rückt fast sofort nach. Am 21. Mai fällt das Abstract-Embargo zur ASCO-Tagung. Die Konferenz läuft vom 29. Mai bis 2. Juni in Chicago.
Dort präsentiert BioNTech Daten zu Pumitamig bei nicht-kleinzelligem Lungenkrebs in der Erstlinie. Das Programm tritt gegen Keytruda von Merck & Co an. Das ist der aktuelle Standard in dieser Indikation.
Bis Ende 2026 peilt BioNTech 15 Phase-3-Studien an. In diesem Jahr erwartet der Konzern sieben späte Datenereignisse. Das erklärt, warum jede neue Studie stärker auf die Bewertung durchschlägt.
Hoher Einsatz, schwacher Kurs
Finanziell bleibt der Umbau teuer. Im ersten Quartal 2026 erzielte BioNTech 118,1 Millionen Euro Umsatz. Unter dem Strich stand ein Nettoverlust von 531,9 Millionen Euro.
Die Forschungsausgaben treiben die Verluste. BioNTech investiert vor allem in Immunonkologie und Antikörper-Wirkstoff-Konjugate. Auch übernommene Einheiten wie BioNTech China und CureVac erhöhen die Kostenbasis.
An der Jahresprognose hält der Konzern fest. Für 2026 erwartet BioNTech weiter einen Umsatz von 2,0 bis 2,3 Milliarden Euro. Das schafft Planbarkeit, ändert aber wenig am hohen Kapitalbedarf der Pipeline.
Die Aktie notiert bei 76,30 Euro und hat in den vergangenen 30 Tagen 15,18 Prozent verloren. Damit liegt sie nur noch knapp über dem 52-Wochen-Tief von 72,50 Euro. Kein Wunder, dass Anleger nervös reagieren.
Etwas Rückendeckung liefert ein neues Rückkaufprogramm. BioNTech darf American Depositary Shares bis zu einem Volumen von 1,0 Milliarden Dollar erwerben. Die Ermächtigung läuft bis einschließlich 6. Mai 2027 und hängt von den Marktbedingungen ab.
Morgen liefert das ASCO-Embargo den ersten Vorgeschmack auf die nächsten Daten. Ende Mai zählt dann, ob Pumitamig gegen Keytruda genug Profil zeigt, um BioNTechs Krebsstrategie am Markt stärker zu verankern.
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