BioNTech Aktie: 25 Studien auf ASCO-Bühne

BioNTech präsentiert auf dem ASCO-Kongress zahlreiche Studiendaten. Analysten zeigen sich optimistisch, während der Sparkurs und Aktienrückkäufe die Finanzen stützen.

Auf einen Blick:
  • Über 25 Studien auf dem ASCO-Kongress
  • Analysten heben Kursziele an
  • Milliardenschweres Aktienrückkaufprogramm läuft
  • Stellenabbau zur Kostensenkung geplant

Mainz, 31. Mai 2026. BioNTech startet in die wichtigste Woche des Jahres. Der Krebskongress ASCO in Chicago läuft auf Hochtouren – und mit ihm die wohl konzentrierteste Datenpräsentation in der Geschichte des Unternehmens. Mehr als 25 laufende Studien, darunter 13 pivotale Phase-3-Programme: Noch nie stand so viel auf dem Spiel für einen Biotech-Konzern ohne einzige onkologische Zulassung.

Die Aktie schloss am Freitag bei 82,35 Euro – ein Plus von 2,68 Prozent an einem Tag. Der RSI von 53,4 signalisiert leichte Erholung, aber keine Euphorie. Die Anleger warten ab.

Analysten setzen auf die Pipeline

Der Optimismus der Analysten ist auffällig. UBS hob BioNTech auf „Buy“ von „Neutral“ und setzte das Kursziel auf 135 Dollar. Grund: das neue Leitprogramm pumitamig (BNT327), ein bispezifischer PD-L1/VEGF-Antikörper. Die UBS-Experten nennen es einen glaubwürdigen Kandidaten für die Best-in-Class-Position.

Canaccord Genuity bestätigte das Buy-Rating am 28. Mai, senkte das Kursziel aber auf 158 Dollar. Wells Fargo folgte mit einer Kaufempfehlung am 22. Mai. Das durchschnittliche Kursziel von 19 Analysten liegt bei umgerechnet rund 101 Euro – rund 23 Prozent über dem aktuellen Kurs.

ASCO als Stresstest

Die Datenlage auf dem Kongress ist breit. Zwei mündliche Präsentationen liefern neue Zwischenergebnisse für pumitamig und gotistobart. In der ROSETTA-Lung-02-Studie zeigte pumitamig plus Chemotherapie bei erstbehandeltem nicht-kleinzelligem Lungenkrebs vielversprechende Aktivität. In der PRESERVE-004-Studie zu Eierstockkrebs erzielte gotistobart in Kombination mit Pembrolizumab langanhaltende Tumorkontrollen.

Hinzu kommen drei Antikörper-Wirkstoff-Konjugate. BNT326/YL202 (HER3-ADC) wird in Kombination mit pumitamig getestet. BNT324/DB-1311 (B7H3-ADC) bewegt sich in Phase 1/2a, eine Phase 3 bei Prostatakrebs ist für 2026 geplant. Trastuzumab Pamirtecan (HER2-ADC) läuft in Phase 3 gegen Chemotherapie bei Gebärmutterschleimhautkrebs.

Das Ziel: klinische Wirksamkeit über mehrere Tumorarten hinweg nachweisen. Für BioNTech geht es um die Glaubwürdigkeit der gesamten Plattform-Strategie.

Kassenlage und Sparkurs

Die finanzielle Basis ist solide. Das Unternehmen verfügt über 16,8 Milliarden Euro an liquiden Mitteln. Der erste Quartalsumsatz lag bei 118,1 Millionen Euro, der Nettoverlust bei 531,9 Millionen Euro. Die Umsatzprognose für 2026 bleibt bei 2,0 bis 2,3 Milliarden Euro.

Parallel läuft ein milliardenschwerer Aktienrückkauf. Das Programm über eine Milliarde Dollar ist bis Mai 2027 befristet und wird aus der Kasse finanziert.

Gleichzeitig verschärft BioNTech den Sparkurs. Rund 1.860 Stellen fallen weg. Standorte in Idar-Oberstein, Marburg und Singapur werden geschlossen oder verkleinert. Das Management erwartet jährliche Einsparungen von knapp 585 Millionen Dollar bis 2029.

Ausblick

Die ASCO-Sitzungen enden am 2. Juni. Die letzten Datenposter – darunter weitere ADC-Ergebnisse – könnten die Stimmung für den Sommer prägen. UBS rechnet für 2026 mit einem Nettogeldbestand von 5,66 Milliarden Euro und prognostiziert einen Umsatzrückgang auf 2,1 Milliarden Euro. Die Rückkehr in die Gewinnzone erwarten die Analysten frühestens 2030.

Die nächsten Quartalszahlen stehen im August an. Bis dahin entscheiden die Daten aus Chicago, ob die Anleger den langen Weg zur onkologischen Zulassung mitgehen.

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