BioNTech-Aktie: 105 Dollar als nächstes Ziel!

Nach dem Ende einer Darmkrebsstudie erholt sich BioNTech leicht. Analysten senken ihre Ziele, während die Finanzmittel weitere Programme stützen.

Auf einen Blick:
  • Aktie legt am Freitag 1,42 Prozent zu
  • Darmkrebsstudie wegen schwacher Wirksamkeit beendet
  • BMO Capital reduziert Ziel auf 105 Dollar
  • 16,6 Milliarden Euro liquide Mittel

BioNTech kletterte am heutigen Freitag 1,42 % auf 83,98 Euro. Die Erholung kommt nach mehreren Rückschlägen, die sich diesmal sehr konkret benennen lassen. Im Zentrum steht der Abbruch einer Phase-2-Studie mit der individualisierten mRNA-Krebstherapie Autogene Cevumeran bei operierten Darmkrebspatienten mit hohem Rückfallrisiko.

Die Studie wurde nicht wegen eines neuen Sicherheitssignals beendet. Ein unabhängiges Kontrollgremium sah vielmehr ein numerisches Ungleichgewicht beim Gesamtüberleben und erwartete nicht mehr, dass die Fortsetzung das Wirksamkeitssignal ausreichend verändern würde. Genau diese Begründung gehört in die Bewertung: Die Entwicklung stoppte, weil die erwartete Wirksamkeit nicht mehr überzeugend genug erschien.

An der Börse war die Reaktion heftig. Nach Bekanntwerden des Abbruchs fiel die BioNTech-Aktie in New York zeitweise um rund 10 %. Der Freitaganstieg zum Ende der Woche ist daher bei -5,9 % innerhalb einer Woche nur  ein Tropfen auf den heißen Stein.

BioNTech Aktie Chart

BioNTech: Es geht dennoch weiter

Finanziell kann BioNTech mehrere Programme gleichzeitig weiterführen. Zum Ende des zweiten Quartals verfügte der Konzern über rund 16,6 Milliarden Euro an Zahlungsmitteln, Zahlungsmitteläquivalenten und liquiden Wertpapieranlagen. Im Quartal standen 105,6 Millionen Euro Umsatz einem Nettoverlust von 820,8 Millionen Euro gegenüber. Die Forschungs- und Entwicklungsausgaben lagen bei rund 477 Millionen Euro nach IFRS.

Auch Analysten haben ihre Annahmen zurückgenommen. BMO Capital senkte das Votum von „Outperform“ auf „Market Perform“ und das Kursziel von 128 auf 105 Dollar. Die Begründung war ausdrücklich zweigeteilt: eine schneller als erwartete Erosion der Comirnaty-Umsätze und fehlende De-Risking-Daten für Pumitamig bis 2028.

JPMorgan erläuterte zudem, warum der Studienabbruch nicht völlig überraschend kam. Das Datenüberwachungskomitee hatte bereits im Vorjahr unverbindlich empfohlen, die Studie nach Überschreiten einer Futility-Grenze zu stoppen. BioNTech setzte sie damals fort, weil die Daten noch nicht als ausgereift galten und keine Sicherheitsprobleme festgestellt worden waren. Das Darmkrebsprogramm war damit schon vor der endgültigen Entscheidung unter besonderer Beobachtung.

Analysten bleiben deshalb relative zuversichtlich.

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