Lange war Profitabilität bei Bilibili eher Wunschdenken als Realität. Die Q1-Zahlen für 2026 zeigen nun: Das Blatt hat sich gewendet — und zwar deutlicher als erwartet.
Werbung trägt die Last
Der Gesamtumsatz kletterte im ersten Quartal 2026 um 7 Prozent auf umgerechnet rund 1,08 Milliarden Dollar. Das eigentliche Highlight steckt aber im Werbegeschäft: Die Erlöse dort sprangen um satte 30 Prozent auf 375,3 Millionen Dollar. Verschiedene Branchen trieben dieses Wachstum an — ein Zeichen dafür, dass die Plattform ihre Reichweite bei Werbetreibenden strukturell ausgebaut hat.
Parallel dazu wächst die Nutzerbasis weiter organisch. Die täglich aktiven Nutzer stiegen um 8 Prozent auf 115,2 Millionen, die monatlich aktiven Nutzer überschritten die Marke von 376 Millionen. Noch bemerkenswerter: Die durchschnittliche tägliche Nutzungsdauer erreichte 119 Minuten — ein neuer Rekord. Das Gesamtvolumen der verbrachten Nutzerzeit legte um 19 Prozent zu. Engagement-Zahlen auf diesem Niveau sind das Fundament für weiteres Werbewachstum.
Mobile Games bremsen — vorerst
Nicht alles glänzt. Das Spielesegment verzeichnete einen Rückgang von 12 Prozent auf 220,7 Millionen Dollar. Der Grund ist bekannt: Der Titel „San Guo: Mou Ding Tian Xia“ hatte im Vorjahreszeitraum außergewöhnlich starke Zahlen geliefert und hinterlässt nun einen schwer zu schlagenden Vergleichswert. Das Spiel ist inzwischen in einen stabilen Betriebszyklus übergegangen. Für das vierte Quartal 2026 wird eine neue Spielepipeline erwartet, die den Basiseffekt absorbieren soll.
Unterm Strich bleibt das Profitabilitätsbild bemerkenswert: Der bereinigte Nettogewinn stieg um 62 Prozent auf 84,9 Millionen Dollar, die bereinigte Nettomarge verbesserte sich von 5,2 auf 7,8 Prozent. Es ist bereits das 15. Quartal in Folge mit steigender Bruttomarge — die nun bei 37,1 Prozent liegt. Gleichzeitig investiert das Unternehmen merklich in KI-Entwicklung: Die Forschungs- und Entwicklungsausgaben stiegen um 9 Prozent, hauptsächlich getrieben durch höhere KI-Aufwendungen.
Analyst sieht Aufholpotenzial
Macquarie reagierte auf die Zahlen mit einer Anhebung des Kursziels von 29,10 auf 30,00 Dollar und bestätigte die Outperform-Einstufung. Der aktuelle Kurs von rund 20 Dollar lässt damit eine erhebliche Lücke zum Kursziel — was Bewertungsmodellen zufolge auf eine deutliche Unterbewertung hindeutet.
Zusätzlich hat Bilibili sein im November 2024 aufgelegtes Aktienrückkaufprogramm über 200 Millionen Dollar vollständig abgeschlossen. Im ersten Quartal 2026 allein wurden dabei 2,5 Millionen Anteilsscheine für rund 60,3 Millionen Dollar zurückgekauft — insgesamt flossen 9,9 Millionen Aktien aus dem Markt. Ein klares Signal, das das Management selbst von der aktuellen Bewertung wenig überzeugt scheint.
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