BHP hält am geplanten Produktionsstart des Kaliprojekts Jansen Mitte 2027 fest. Auf der heutigen Hauptversammlung stellte CEO Brandon Craig das Vorhaben als Teil der langfristigen Wachstumspläne vor. Für Anleger steht dabei eine konkrete Bewährungsprobe im Mittelpunkt: Nach Verzögerungen und höheren Kosten muss BHP das Projekt in den Betrieb überführen.
Jansen nähert sich dem Produktionsstart
Die erste Ausbaustufe von Jansen ist zu 87 % fertiggestellt. Craig räumte ein, dass die Umsetzung länger dauerte und teurer wurde als ursprünglich geplant. Die Fertigstellung bleibt damit ein wichtiger Prüfstein für BHPs Fähigkeit, große Investitionsvorhaben umzusetzen.
Als Belastungen nannte Craig die Bauproduktivität und die Inflation nach der Pandemie. Letztere habe über gut zwei Jahre jährlich 12–13 % betragen. Seine Aussagen verdeutlichen, dass nicht nur der technische Fortschritt zählt: Auch die Kostenentwicklung entscheidet darüber, wie wirtschaftlich das Projekt am Ende arbeitet.
BHP verbindet mit Jansen einen langfristigen Ausbau seines Geschäfts. Der bevorstehende Übergang von der Bauphase zur Produktion ist deshalb mehr als ein einzelner Projekttermin. Er soll zeigen, ob aus den hohen Vorleistungen ein verlässlicher zusätzlicher Produktionsbeitrag entstehen kann.
Niedrige Betriebskosten sollen Investitionen tragen
Für Jansen stehen erwartete Betriebskosten von rund 120 US-Dollar je Tonne einem genannten Marktpreis von rund 300 US-Dollar gegenüber. Die erwartete Marge liegt bei etwa 60 %. Diese Größen sind Erwartungen und keine bereits erzielten Betriebsergebnisse.
Die Unterscheidung ist für Anleger wesentlich. Die genannten Eckdaten beschreiben die angestrebte Wirtschaftlichkeit im Betrieb. Sie ändern nichts daran, dass BHP beim Bau bereits längere Laufzeiten und höhere Kosten hinnehmen musste. Der Produktionsstart und die anschließende operative Leistung bleiben daher getrennte Bewährungsproben.
Die erwartete Lebensdauer von Jansen beträgt mehr als 70 Jahre. Das erklärt den langfristigen Horizont des Vorhabens, beseitigt aber nicht die Risiken der Fertigstellung. Für die Bewertung zählt deshalb sowohl das Potenzial über Jahrzehnte als auch die Umsetzung der nächsten Projektschritte.
Wachstum braucht verlässliche Umsetzung
Nach den aktuellen Plänen erwartet BHP bis 2035 ein jährliches konzernweites Produktionswachstum von etwa 3–4 %. Bei Kupfer sollen es rund 5 % sein. Craig stellte damit auf der Hauptversammlung einen Wachstumspfad vor, der über Jansen hinausreicht.
Zu den genannten Kupfer-Wachstumsprojekten zählen Escondida, Copper South Australia und Vicuña. Jansen ergänzt diesen Kurs um den Ausbau des Kaligeschäfts. Die Vorhaben stehen damit gemeinsam für BHPs geplantes Produktionswachstum, bringen aber jeweils eigene Anforderungen an Bau, Kostenkontrolle und Betrieb mit.
Die heutige Botschaft ist somit ein bestätigter Wachstumskurs, kein Nachweis seiner erfolgreichen Umsetzung. Für Jansen bleibt der angekündigte Produktionsbeginn Mitte 2027 der entscheidende nächste Termin. Daran lässt sich messen, ob BHP nach den eingeräumten Schwierigkeiten den Übergang vom Investitionsprojekt zum produzierenden Betrieb schafft.
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