Best Buy übertrifft die Erwartungen auf breiter Front – und trotzdem geht die Aktie im vorbörslichen Handel um rund vier Prozent zurück. Ein Widerspruch, der sich bei genauerem Hinsehen auflöst: Anleger schauen weniger auf Wachstum, sondern auf Margen.
Im zweiten Geschäftsquartal verdiente der Elektronikhändler adjustiert 1,47 Dollar je Aktie, zwölf Cent mehr als von Analysten erwartet. Der Umsatz stieg um 3,6 Prozent auf 9,78 Milliarden Dollar und lag damit über der Konsensschätzung von 9,54 Milliarden Dollar. Die vergleichbaren Verkäufe legten um 4,1 Prozent zu – deutlich mehr als die zuvor in Aussicht gestellte Spanne von nur einem Prozent.
Steigende Kosten trüben die Freude
Der Haken liegt in der operativen Marge. Die adjustierte operative Ergebnisrate lag bei 4,3 Prozent und blieb damit hinter manchen Investorenerwartungen zurück. Höhere Vergütungskosten sowie steigende Ausgaben für die Marketplace- und Best-Buy-Ads-Initiativen belasteten das Ergebnis.
Im heimischen Segment kletterte die Bruttomarge zwar auf 24,0 Prozent von zuvor 23,4 Prozent, gestützt auch durch einen Effekt von 34 Millionen Dollar aus Zollrückerstattungen – für die Anleger zählte an diesem Tag aber offenbar mehr das Ausgabentempo als der Margenzuwachs im Detail.
Vor allem Computing, Home Entertainment und aufkommende Kategorien wie AI-Brillen trieben das Wachstum, während klassisches Gaming rückläufig war. Das deutet darauf hin, dass die Erholung der Nachfrage selektiv verläuft und stark an neue Technologietrends gekoppelt ist.
Ausblick deutlich angehoben
Best Buy hob die Jahresprognose kräftig an. Der Umsatz soll nun zwischen 42,3 und 42,8 Milliarden Dollar liegen, nach zuvor 41,2 bis 42,1 Milliarden Dollar.
Beim adjustierten Gewinn je Aktie rechnet das Unternehmen mit 6,70 bis 6,90 Dollar, verglichen mit einer bisherigen Spanne von 6,30 bis 6,60 Dollar. Die Prognose für vergleichbare Verkäufe wurde von einer Spanne zwischen minus einem und plus einem Prozent auf 1,9 bis 3,0 Prozent angehoben.
Die aktuellen Zahlen markieren zugleich das letzte Quartal unter der jetzigen CEO Corie Barry. Zum 1. November übernimmt Jason Bonfig die Führung, der die „starke Performance im ersten Halbjahr“ als Basis für die angehobene Prognose nannte. Bonfig setzt nach eigenen Angaben auf kleinere Filialformate sowie den verstärkten Einsatz künstlicher Intelligenz im Kundenerlebnis und in internen Prozessen.
Für das dritte Quartal rechnet Best Buy mit vergleichbaren Verkäufen zwischen 1,0 und 3,0 Prozent und einer adjustierten operativen Ergebnisrate von 4,1 bis 4,2 Prozent. Ob die Margenschwäche des zweiten Quartals ein einmaliger Effekt aus Investitionen in Werbung und Marktplatz bleibt oder sich fortsetzt, dürfte die nächste Berichtssaison zeigen.
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