Berkshire Hathaway legt nach: Der Konzern stockt seine Beteiligung am Softwarehaus Bending Spoons um weitere 330 Millionen Dollar auf. Zeitgleich läuft die B-Aktie so lange im Plus wie seit zwei Jahren nicht mehr.
Zweiter Einstieg binnen weniger Monate
Bending Spoons gab die Transaktion heute bekannt. Berkshire hatte bereits beim Börsengang im Juli 2026 600 Millionen Dollar investiert. Mit der neuen Tranche steigt der Anteil auf 4 Prozent.
Die Platzierung erfolgt als Private Placement. Bending Spoons gibt dafür 10 Millionen neue Stammaktien zu je 33,00 Dollar aus. Der Abschluss steht noch unter den üblichen Vollzugsbedingungen, weitere Details soll eine Meldung an die US-Börsenaufsicht liefern.
Das Unternehmen kauft digitale Geschäfte, baut sie um und reinvestiert die Erträge in weitere Zukäufe. Zu den größeren Namen im Portfolio zählen Evernote, AOL, Vimeo, Eventbrite und WeTransfer. Das frische Kapital soll laut Mitgeschäftsführer Francesco Patarnello die finanzielle Flexibilität für Akquisitionen erhöhen. Die Pipeline nannte er „stark“. CEO Luca Ferrari bezeichnete Berkshire als Vorbild und langjährige Inspiration.
Für Berkshire ist das ein ungewöhnlicher Schritt: ein Technologiewert, dessen Geschäftsmodell auf Zukäufen und operativer Straffung beruht. Dieses Muster erinnert eher an klassische Kapitalallokation als an Wachstumsfantasie.
Aktie auf Mehrmonatshoch
An der Börse zeigt sich der Konzern derweil in Form. Die B-Aktie stieg am Dienstag zeitweise bis auf 524,16 Dollar und schloss auf dem höchsten Niveau seit dem 10. August. Es war der neunte Gewinntag in Folge, die längste Serie seit zwei Jahren.
Damals stand Warren Buffett noch an der Spitze des Verwaltungsrats. Inzwischen führt Greg Abel den Konzern. Er kauft eigene Aktien zurück und investiert Milliarden. Marktbeobachter sehen darin den Beginn einer eigenständigen Ära nach Buffett.
Ob die Bending-Spoons-Beteiligung Abels Handschrift trägt, lässt sich aus den vorliegenden Details nicht ablesen. Sicher ist: Der Vollzug der Transaktion steht noch aus, und die Einreichung bei der US-Börsenaufsicht soll die Eckdaten der Platzierung offiziell dokumentieren.
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