Berkshire Hathaway stockt bei Lennar weiter auf, und zwar ausgerechnet in einer Phase, in der der Hausbauer unter Druck steht. Nach Zukäufen am Donnerstag und Freitag hält der Konzern nun zwölf Prozent an dem zweitgrößten US-Hausbauer. Das Paket ist rund 2,2 Milliarden Dollar wert.
Käufe über mehrere Tochtergesellschaften
Eine Form-4-Meldung bei der US-Börsenaufsicht SEC, die am Montagabend erschien, zeigt die neuen Bestände. Wer mehr als zehn Prozent an einem Unternehmen hält, muss Transaktionen binnen zwei Handelstagen melden. Seit Ende des zweiten Quartals hat Berkshire den Anteil mehr als verdoppelt.
Schon zuvor waren Käufe von Klasse-A-Aktien an drei Handelstagen ab dem 17. September gemeldet worden. Sie laufen über mehrere Tochtergesellschaften, darunter National Indemnity. Beobachter vermuten, dass Investmentmanager Ted Weschler die Käufe steuert. Er verantwortet etwa 6 Prozent des Aktienportfolios und berichtet an CEO Greg Abel.
Im Hausbau ist der Konzern ohnehin präsent: über Clayton Homes und über Taylor Morrison, das Berkshire im Juli 2026 für 8,5 Milliarden Dollar übernahm.
Lennar unter Druck
Die Lennar-Aktie gab am Montag trotz der Zukäufe kräftig nach und schloss an der NYSE 6,73 Prozent tiefer bei 74,44 Dollar. Vorbörslich stabilisierte sie sich zuletzt wieder.
Auslöser war ein Bericht des Research-Hauses Hunterbrook, das Short-Positionen in Lennar und im Landbanking-Unternehmen Millrose Properties offengelegt hat. Millrose wurde 2025 von Lennar an dessen Aktionäre ausgegliedert.
Laut Bericht kaufte Millrose binnen eines Monats mehr als 700 fertige Lennar-Häuser und zahlte dafür rund 13 Prozent mehr als Einzelkäufer. Ohne diese Verkäufe hätte Lennar sein Auslieferungsziel demnach verfehlt. Die Vorwürfe sind nicht unabhängig verifiziert, Lennar und Millrose äußerten sich offenbar nicht.
Hinzu kommen die Quartalszahlen vom 16. September. Der Gewinn je Aktie fiel auf 1,19 Dollar, nach 2,29 Dollar im Vorjahr. Die Bruttomarge sank auf 15,8 Prozent, die Neuaufträge gingen um 9 Prozent zurück.
Das Jahresziel für Auslieferungen kappte der Konzern auf 80.000 bis 81.000 Häuser. CEO Stuart Miller verwies auf Hypothekenzinsen von rund 6,8 Prozent.
Was als Nächstes ansteht
Berkshire muss weitere Käufe binnen zwei Handelstagen per Form 4 melden. Neue Meldungen dürften zeigen, ob der Konzern trotz Hunterbrook-Vorwürfen und gesenkter Prognose seine Position weiter ausbaut. Parallel dazu wird sich zeigen, ob Lennar zu den Millrose-Vorwürfen Stellung bezieht.
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